Hannes Kropfreiter über Abschiede & Schicksalsschläge. Hannes Kropfreiter, seit 1999 Intendant des Musical-Sommers Amstetten, sprach mit Michaela Fleck über Abschiede, Schicksalsschläge und Hobelbänke.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Juli 2019 (01:50)
Sengstschmid
Hannes Kropfreiter , seit 1999 Intendant des Musical-Sommers Amstetten, sprach mit Michaela Fleck über Abschiede, Schicksalsschläge und Hobelbänke. Sengstschmid

NÖN: Letzten Mittwoch feierten Sie in „Ihrer“ Johann-Pölz-Halle in Amstetten Premiere, und zwar zum 20. Mal. Wie war denn die?

Hannes Kropfreiter: Für mich war es ein fulminanter Abschied, den ich mir so nicht erwartet hab’. Ich bereite mich ja seit Oktober 2018 auf diesen Abschied vor. Und ich fühle, dass mein Auftrag erfüllt ist. Ich wüsste nicht, was ich da noch draufsetzen könnte!

Standing Ovations gab es nicht nur für Frank und die anderen aus der „Rocky Horror Show“. Sondern auch für Sie. Das ist selbst im Sommertheater ziemlich ungewöhnlich.

Kropfreiter: Ich bin ein extrem uneitler Mensch. Mein Plädoyer war immer: Es ist nicht wichtig, wer den Erfolg macht! Ich muss schauen, dass unser Publikum am besten bedient wird. Und dass auch die Stimmung im Team passt.

Produziert haben Sie seit 1999 auch „Joseph“, „Aida“ oder „Hair“. Was war Ihre schönste Saison? Was Ihre schlimmste?

Kropfreiter: Möglicherweise wird die diesjährige die schönste… Die schlimmste war nicht 2011, wo wir nicht gespielt haben, sondern 2012, wo ich den ganzen Sommer im Spital war. Das war das härteste Jahr!

Musical gab’s in Amstetten aber schon vor Ihrer Intendanz, nämlich seit 1989. Sommertheater gab’s noch sechs Jahre länger. Wäre Ihnen die Operette zu leise gewesen?

Kropfreiter: Musical ist für mich die moderne Operette. Und wir haben ein modernes Haus… Aber natürlich ist Musical mit Abstand das Aufwändigste. Es würde auch billiger gehen, aber dann würde es auch billiger aussehen. Ich habe nur die erste Liga!

Den Kulturpreis des Landes haben Sie schon. Das Große Ehrenzeichen, hat Johanna Mikl-Leitner bei der Premiere versprochen, kommt demnächst. Was kommt dann?

Kropfreiter: Meine Familie, meine Frau, Reisen. Und in meinem Keller steht eine Hobelbank, ich hab’ ja noch einen Beruf, ich bin gelernter Tischler…

Und was kommt in Amstetten?

Kropfreiter: Gerade ist die Ausschreibung ausgelaufen, Ende August gibt es Hearings. Und im Herbst wird ein neuer Intendant bestellt. Ich hab’ noch bis Ende 2019 die Verantwortung – dann übernehmen zwei andere…