Simon Zöchbauer: "Riesen-Vielfalt" bei Wellenklängen. Simon Zöchbauer, Trompeter, Festivalleiter & Herzogenburger, sprach mit Michaela Fleck über Vielfalt, Rollen, das Wetter und die Ausgelassenheit.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 15. Juli 2020 (02:28)
Simon Zöchbauer, Trompeter, Festivalleiter & Herzogenburger, sprach mit Michaela Fleck über Vielfalt, Rollen, das Wetter und die Ausgelassenheit.
Pewal

NÖN: Diesen Freitag eröffnen Sie mit Julia Lacherstorfer die dritten, von Ihnen beiden programmierten Wellenklänge. Wie klingen die?
Simon Zöchbauer: Die klingen heuer eine Spur reduzierter. Sie klingen ein bisschen heimischer. Aber sie haben eine Riesen-Vielfalt und Riesen-Power!

„Verbunden und vernetzt“, Ihr heuriges Motto, klingt ja mehr nach digital als nach analog. Und mehr nach der weiten Welt als nach Lunz am See. Wie passt das zusammen? Und warum ist gerade das jetzt noch „tragender“?
Zöchbauer: Das Thema war ja schon lange vorher fix. Und das ist für uns immer wie ein Schirm, der überm Festival hängt. Diesmal war uns wichtig, Zusammenhänge zu verstehen, Kooperationen, in einem Ensemble, in einem See und auf der ganzen Welt. Dann kam Corona – und das hat die soziale Komponente noch mal verstärkt.

Ihr Programm war schon fertig. Und musste doch komplett umgeplant werden. Trotzdem schaut es jetzt genauso international – und zeitgenössisch – aus, wie sonst auch.
Zöchbauer: Wir mussten fast alle ausländischen Künstler absagen, aus New York, aus Norwegen… Aber Österreich ist ein tolles Pflaster, das muss man sagen. Und es gibt eine unglaublich diverse Szene – von Jelena Popržan, die gerade ihr Soloalbum veröffentlicht hat, bis Manu Delago.

Sie beide spielen heuer im offiziellen Festivalprogramm gar nicht. War dafür keine Zeit?
Zöchbauer: Das stimmt, wir haben kein reguläres Konzert. Aber wir sind bei den Workshop-Abschlüssen dabei. Und es ist uns auch wichtig, dass wir nicht jedes Jahr mit unseren Projekten auf der Bühne sind, das war auch nie der Plan! Wir sehen uns eher in der Gastgeber- oder Vermittlerrolle.

War Absagen oder Verschieben kein Thema?
Zöchbauer: Wir haben uns das sehr, sehr gut überlegt. Aber wir wollten gerade jetzt, wo so viele Sachen zusperren, die Kultur aufrechterhalten. Wir haben zwar weniger als 50 Prozent Publikumskapazität. Aber wir schaffen das für heuer. Jedes Jahr kann man das nicht machen!

Was wünschen Sie sich für 2020?
Zöchbauer: Schönes Wetter! Und eine Sensibilität und trotzdem eine gewisse Ausgelassenheit!  

www.wellenklaenge.at