Simone Finster über Vivaldi, Igel und Wünsche. Simone Finster, Blockflötistin und Musikschullehrerin u. a. in Perchtoldsdorf, sprach mit Michaela Fleck über Vivaldi, Igel und maßgeschneiderte Wünsche.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 19. Februar 2019 (01:27)
Markus Finster

NÖN: Diesen Sonntag sind Sie im St. Pöltner Festspielhaus zu Gast. Und zwar mit drei anderen Flötisten. Was gibt’s denn da zu hören?

Simone Finster: Es gibt ganz anspruchsvolle Musik von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik. Und wir betätigen uns auch schauspielerisch …

Der Titel, „Der Frühling macht Musik“, klingt jedenfalls mehr nach Schneeglöckchen und Amselgezwitscher als nach Bach oder Beethoven. Wie spielt man denn den Frühling?

Finster: Wir haben uns gut überlegt, welche Stücke passen – eben nicht nur der „Frühling“ von Vivaldi. Wir beginnen von der Stimmung her mit etwas Zeitgenössischem. Dann kommt ein Igel, der so langsam munter wird – das ist sozusagen der Aufwärmer!

Auch das Ensemble, mit dem Sie nach St. Pölten kommen, hat einen hübschen Namen. Nur klingt Rush Hour mehr nach New York City als nach Brunn am Gebirge. Wieso denkt man bei Blockflöten noch immer zuerst an Palestrina, obwohl Sie genauso Stevie Wonder oder „Pink Panther“ spielen?

Finster: Einerseits ist es natürlich die Überraschung, mit der wir kokettieren. Und eine Vorliebe des Ensembles sind schon rasche, rhythmische Stücke. Aber wir haben uns jetzt auch der Renaissance-Musik zugewandt. Und wir setzen auch Geräusche ein – die wieder eine ganz neue Welt kreieren.

Im Festspielhaus spielen Sie, sagt das Programm, eine Familienvorstellung für Menschen ab 6. Macht es das leichter? Schwieriger? Und brauchen Töne Erklärungen?

Finster: Nicht zu viel! Und weniger Erklärung, sondern Hinführung. Es ist auf jeden Fall eine spannende Sache. Und es ist anders. Mit einer Kulturvermittlerin wie diesmal sind wir mehr Musiker. Sonst reden wir auch ein bisschen zwischen den Stücken.

Sie spielen aber nicht nur Quartett, Sie unterrichten auch. Ist die Flöte heute noch immer ein typisches „Anfängerinstrument“?

Finster: Vereinzelt, leider. Aber das ist im Aussterben. Man kann ja mit der Blockflöte recht schnell ein Lied spielen. Aber dass es dann wirklich gut wird …

Was wollen Sie noch verwirklichen?

Finster: Mit dem Ensemble würde mir ein Auftragswerk, das uns auf den Leib geschneidert ist, taugen … www.festspielhaus.at