Frech, frei und feministisch: Künstlerinnen des Art Clubs

Seit Freitag zeigt die Kremser Landesgalerie die (vergessenen) Künstlerinnen des Art Clubs.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 03:56
"Aufbrüche" - Künstlerinnen des Art Club in der Landesgalerie Krems
"Aufbrüche" - Künstlerinnen des Art Club in der Landesgalerie Krems
Foto: Raffael F. Lehner

Nur zwölf der 64 Mitglieder des 1947 gegründeten Internationalen Art Club Wien waren Frauen. Ihnen widmet sich die Ausstellung „Aufbrüche. Künstlerinnen des Art Clubs“ und somit der feministischen Avantgarde der Nachkriegszeit.

Zu den bekanntesten Künstlerinnen dieser Zeit zählten die Abstraktin Maria Lassnig, Susanne Wenger, deren Skulpturenwerk in Nigeria zum UNESCO-Weltkulturerbe wurde, sowie die Keramik- und Webkünstlerin Maria Biljan-Bilger, die als eine der wenigen Frauen des Art Clubs mit den männlichen Mitgliedern auf Augenhöhe stand. Dass ein Teppich der Tapisseriekünstlerin Johanna Schidlo für wenig Geld auf Willhaben gefunden wurde, zeigt exemplarisch den geringen Stellenwert der vielfach vergessenen „anderen“ Frauen im Kunstbetrieb, „der einsamen Amazonen“, wie Kuratorin Brigitte Borchhardt-Birbaumer sagt. „Wir richten den Scheinwerfer nun auf herausragende Künstlerinnen, die oft aus dem politischen Widerstand kamen und das Kunstschaffen der Nachkriegszeit gründlich aufmischten.“

Kampfgeist und Freiheitsdrang werden in der Ausstellung genauso beleuchtet wie der internationale Austausch der Frauen. Stolz ist man auf eine komplette Neuentdeckung, Grafikerin Marcia Hopman, von der bis jetzt nur ihr Name bekannt war, nicht aber ihr Werk.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 6. März 2022.

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