Wagner-Trenkwitz folgt 2020 Stoehr in Langenlois nach. Die Schlossfestspiele Langenlois vollziehen 2020 einen Wechsel an der Spitze. Der bisherige Intendant Andreas Stoehr zieht sich nach dem Auslaufen seines Vertrages Ende des Jahres zurück, sein Nachfolger wird zumindest für eine Saison Christoph Wagner-Trenkwitz. Noch heuer soll ein externer Fachmann die Zukunftschancen der Schlossfestspiele analysieren, wurde am Montag bekanntgegeben.

Von APA Red. Erstellt am 18. Februar 2019 (13:01)
Strobl
Christoph Wagner-Trenkwitz

Stoehr wird ab 2020 nicht mehr zur Verfügung stehen, weil er sich "wieder verstärkt seiner Tätigkeit als Dirigent im internationalen Musikleben zuwenden möchte", teilte Robert Stadler, der Geschäftsführer der Kultur Langenlois GmbH, in einer Aussendung mit. Demnach stehen für den bisherigen Intendanten künftig auch seine Aufgaben als Professor für Dirigieren an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien im Fokus.

"Er hat der Operette auf Schloss Haindorf viele neue Impulse verliehen, hat sie auf neue und zeitgemäße Beine gestellt und stets für höchstes musikalisches Niveau gesorgt", lobte Stadler den scheidenden Intendanten, der sich mit der Operette "Die Csardasfürstin" verabschieden wird. Stoehr selbst, der seit 2013 die Geschicke der Festspiele leitet, hoffte in einer Stellungnahme "nicht nur eine Plattform und eine Produktionsstruktur, sondern hoffentlich auch einen 'Spirit' zu übergeben".

Vom Geist der "Operette abseits des Mainstreams" beseelt werden soll künftig Wagner-Trenkwitz. Der 56-Jährige wird 2020 unter dem Titel künstlerischer Leiter fungieren, erhält laut Veranstalterangaben aber alle Aufgaben des bisherigen Intendanten Stoehr. Auf den Wiener wartet die Jubiläums-Produktion anlässlich "25 Jahre Operette in Langenlois". Das Ambiente ist dem Chefdramaturgen der Volksoper Wien bekannt, stand er doch 2017 als Kanzlist Njegus in "Die lustige Witwe" auf der Bühne. Zwei Jahre davor hatte Wagner-Trenkwitz drei Galakonzerte unter dem Motto "Schön ist die Welt" moderiert.

Nach einer "kurzen Nachdenkpause" habe er die "ehrende Hausforderung" angenommen, betonte der künftige künstlerische Leiter. "Ich weiß, dass man gerade das unterhaltende Genre - das so 'leicht' scheint und scheinen soll - mit viel Geschmack und Respekt vor den Meisterwerken, aber auch mit Witz und Einfallsreichtum und einer Prise augenzwinkernder Frechheit stets neu erfinden muss", gab Wagner-Trenkwitz als Marschroute aus.

Ob der 56-Jährige über das Jahr 2020 hinaus künstlerischer Leiter sein wird, liegt dem Veranstalter zufolge unter anderem am Ausgang einer Expertenanalyse, die dieses Jahr durchgeführt werden soll. Ein unabhängiger Fachmann soll dabei ermitteln, "unter welchen Voraussetzungen Operette am Standort Langenlois auch ab 2021 erfolgreich sein kann", wurde in der Aussendung mitgeteilt.