Vier Kaiser und ein Gipfeltreffen in Carnuntum. Als „Historical“ bringt man in Carnuntum am Freitag einen „Gipfel“ der römischen Art ins Amphitheater.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 20. August 2019 (05:48)
privat
Piero Bordin, der Leiter von „Art Carnuntum“.

„Am Anfang ist es ziemlich blutig. Aber: Wir nehmen ja Wassermelonen statt Blut!“

Lacht Piero Bordin. Und beginnt das „wichtigste Stück“ seines diesjährigen Welt-Theater-Festivals in der Römerstadt auch in der Römerzeit. Und zwar mitten in der Arena. Dort, wo schon vor Jahrtausenden Blut floss. Und wo sich vor genau 1.711 Jahren, anno 308, nicht ein oder zwei, sondern gleich vier Kaiser trafen. Zu einem Gipfel, wie man heute nicht nur in Brüssel sagen würde, einem „Summit“.

„Ich hab’ Gänsehaut bekommen, dass das hier passiert ist, in Carnuntum!“ Art-Carnuntum-Gründer Piero Bordin über das kaiserliche Gipfeltreffen im Jahr 308 nach Christus

Der, sagt der Gründer und Leiter von Art Carnuntum, habe „die Welt für immer verändert“. Und der sei der Auftakt für „eine der wichtigsten Umwälzungen in der Geschichte“ gewesen. Grund genug, der „Kaiserkonferenz“ von Carnuntum ebendort nicht nur Feste, Ausstellungen und Symposien zu widmen. Sondern auch ein Theaterstück.

„Ich wollte“, gibt Piero Bordin zu, „zwar nie Theater und Geschichte verbinden.“ Und hat genau das in seinem „Summit“ doch getan. Ein „Historical“ sei das 80- minütige Stück Weltgeschichte, ein „Tatsachenbericht“, ein „Brückenschlag“ und weit entfernt von einer „Geschichtsstunde“, wie vergangenen August zu lesen war. Da feierte „The Summit“ im Amphitheater Petronell-Carnuntum Uraufführung. Und steht heuer, nach einem Geburtstagsfest, einer Österreich-Premiere und dreimal Shakespeare zum Festivalabschluss wieder am Programm.

Mit einer Reise durch 1.700 Jahren Weltgeschichte – vom melonenroten Blutbad in der Gladiatoren-Arena bis zum businessschwarzen Gipfeltreffen mit Anzug und Bodyguard(s) und Live-Berichterstatter (nämlich Ex-ORF-Nachrichtenmoderator Gerald Groß).

„Wir“, sagt Piero Bordin, „machen kein Festival der beliebten Sachen. Wir wollen, dass man bei uns etwas mitnimmt.“ Nämlich: ein Stück klassisches Kulturerbe. Und ein Stück Weltgeschichte. Am, wie es so schön heißt, „Originalschauplatz“.

www.artcarnuntum.at