1,6 Millionen Niederösterreicher zum Test gerufen. Sogar noch mehr als zuerst geplant, nämlich 1.000 Test-Standorte, wird es am 12. und 13. Dezember geben. Die Anmeldung ist seit heute möglich.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. Dezember 2020 (13:30)
Groß war das Aufgebot schon bei der Pressekonferenz zur Ankündigung der Massentests im Landhaus. Am 12. und 13. Dezember sollen 20.000 Freiwillige im Einsatz stehen.
NLK/Pfeifer

1,6 Millionen Niederösterreicher sind am 12. und 13. November aufgerufen, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Der Termin für die Massentestungen in Niederösterreich sei, laut Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP), bewusst gewählt worden, damit auch die positiv Getesteten nach einer zehntägigen Quarantäne Weihnachten im Kreise ihrer Familie feiern können. 

„Viele Menschen haben keine Symptome und wissen daher nicht, wenn sie andere Leute anstecken“, sagte Pernkopf, der gemeinsam mit Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Gemeindevertretern und Einsatzorganisationen, appellierte, die kostenlose Testmöglichkeit zu nutzen. So könnte eine weitere Verbreitung der Krankheit und damit die Verlängerung der Pandemie verhindert werden.

1.000 Teststraßen werden eingerichtet

Geplant sind nun sogar noch mehr als die ursprünglich vorgesehenen 800 Teststraßen. 1.000 Teststraßen werden eingerichtet. In allen Gemeinden wird es eine geben, in größeren Gemeinden und Städten mehrere. Pro Stunde und Teststation sollen 50 Menschen getestet werden. Geöffnet haben sollen die Teststandorte in der Regel von 8 bis 18 Uhr, wobei es hier je nach Gemeindegröße Abweichungen geben kann. 

Anmeldung läuft seit heute

Die Anmeldung im Internet ist seit heute möglich. Per Post sollten nun auch Einladungen in die Briefkästen aller Haupt- und Nebenwohnsitzer in Niederösterreich flattern. Niederösterreich arbeitet, wie Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig betont, nicht mit der Software des Bundes, sondern mit einer eigenen. Über 1.000 Niederösterreicher haben sich schon in den ersten Stunden unter www.testung.at im Internet angemeldet. 

Ausweis und E-Card sind mitzubringen

Zu den Tests mitzubringen sind  das online ausgefüllte Formular, die E-Card und ein Ausweis. Digitale Hürden werde es, laut Pernkopf, keine geben: Wer keinen Computer hat, oder die Online-Anmeldung nicht durchführen kann, kann sich an die Gemeinde wenden. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger Hilfe bekommen. Anmeldungen kann auch die Gemeinde vornehmen. Wer nicht angemeldet ist, kann aber auch zu den Testungen kommen. Dann muss vor Ort noch ein Formular ausgefüllt werden. Um dabei Menschenansammlungen zu vermeiden, appellieren Politik und Hilfsorganisationen, die Online-Anmeldung zu nutzen. 

Test dauert nur zwei Minuten

Dauern werde die Testung rund zwei Minuten. Abnehmen werden die Abstriche (Nase oder Rachen) nur geschulte medizinische Mitarbeiter, die zuvor selbst getestet werden sollen. Wer positiv getestet ist, erhält einen Quarantäne-Bescheid. Dann erfolge, laut Pernkopf, eine Aufforderung zum PCR-Test. Ein negativer PCR-Test hebe den Quarantäne-Bescheid wieder auf. 

PCR-Tests an eigenen Standorten

Die PCR-Tests werden an den schon gewohnten Drive-in-Stationen durchgeführt, nicht an den Orten, an denen die Massentestungen stattfinden. Damit es dort keine Staus gibt, werden die Öffnungszeiten der Drive-ins ausgeweitet. So würden diese statt von 8 bis 16 von Samstag, 12. Dezember bis Mittwoch, 16. Dezember von 8 bis 19 Uhr geöffnet haben. Was das Contract Tracing betreffe, so habe man eine große Anzahl an Personen zur Verfügung gestellt, es stünden 933 Personen für das Contact Tracing zur Verfügung, informierte Königsberger-Ludwig.

20.000 Menschen sind bei Tests im Einsatz

Die Aufgabe der Abwicklung der Tests vor Ort liegt bei den Gemeinden. "Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen würden", zeigt sich Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl zuversichtlich. Dass das Mega-Projekt reibungslos über die Bühne gehen wird, ist auch GVV-Präsident Rupert Dworak überzeugt. Unterstützung bekommen die Gemeinden vom Roten Kreuz, dem Arbeitersamariterbund, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Zivilschutzverband. An den beiden Tagen sollen 20.000 Personen im Einsatz stehen, tausende Menschen arbeiten bereits jetzt an der Vorbereitung. 

Weitere Infos:

Der Ablauf der Testungen ist auch unter www.testung.at nachzulesen.