Bund besorgte FFP2-Masken für Pensionisten aus China. Statt heimische Hersteller zu beauftragen hat der Bund die Gratis-FFP2-Masken für über 65-Jährige in China eingekauft. Das kritisiert nun AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 13. Januar 2021 (11:03)
Nach Nationalrat-Beschluss im Dezember mit Stimmen von ÖVP, Grünen und SPÖ haben Personen über 65 zehn FFP2-Schutzmasken postalisch und kostenlos zugeschickt bekommen.
APA/BARBARA GINDL

„Es gibt mehrere österreichische Unternehmen und viele heimische Arbeitnehmer, die täglich hochwertige FFP2-Masken produzieren. Warum wurden daher solche Waren bestellt?“, kritisiert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser die Besorgungsentscheidung der Regierung in einer Aussendung. 

„Quer durch die Bundesregierung wird seit der Corona-Krise immer wieder betont, wie wichtig die Eigen-Versorgung mit Gütern der kritischen Infrastruktur ist. Die Lieferung mit FFP2-Masken ist hier maßgeblich, um diesen Worten auch Taten folgen zu lassen und heimische Betriebe und Arbeitsplätze zu stärken“, sagt Wieser.


Chinesische Masken mit EU-Siegel aus der Türkei

Die Produktionsstätte der in Niederösterreich und Wien ausgelieferten FFP2-Masken liegt in Guangdong in China, das Qualitätssiegel für die EU (CE 2163) stammt aus der Türkei, wie AK-NÖ-Recherchen ergaben. Den Masken der Bundesregierung liege zwar eine deutschsprachige Verpackung und Beipackzettel bei, aber nur weil sie von einem österreichischen Händler lediglich neu umgepackt worden.

Mittlerweile gebe es aber auch in Wiener Neudorf, Graz und in Vorarlberg innovative Betriebe, die hochwertige FFP2-Masken in großer Stückzahl und im Inland herstellen, um bestmöglichen Schutz vor dem Corona-Virus zu ermöglichen. „Das schafft Beschäftigung und Wertschöpfung und muss in unser aller Interesse sein, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, sagt Wieser. Es ist daher überhaupt nicht einzusetzen, warum die Bundesregierung jetzt noch immer auf Importe aus Fernost setzt, anstatt den heimischen Standort zu stärken - und das in der größten Wirtschafts- und Arbeitsmarkt-Krise der 2. Republik.   

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