Baron wünscht sich Strache als Partei-Spitzenkandidat . Der Wiener Gemeinderat Karl Baron gründet mit zwei Ex-FP-Mandataren "Die Allianz für Österreich", die als Partei auch bei der Wien-Wahl antreten wird. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christan Strache ist als Parteispitzenkandidat im Gespräch.

Von Norbert Oberndorfer und NÖN-Redaktion, APA. Update am 12. Dezember 2019 (11:15)
Karl Baron
APA/HELMUT FOHRINGER

 

Dietrich Kops, Klaus Handler und Karl Baron am Donnerstag, 12. Dezember 2019, anlässlich einer Pressekonferenz mit dem Thema "Aktuelle politische Situation" in Wien
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Der Wiener FPÖ-Gemeinderat und geschasste Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft Karl Baron hat im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag in Wien mit zwei weiteren Mandataren aus der FPÖ, Klaus Handler und Dietrich Kops, den Austritt aus der Wiener FPÖ und blauen Rathausklub bekanntgegeben. Das Trio will einen neuen Klub namens "DAÖ - Die Allianz für Österreich" gründen. Für Erreichung der Klubstärke braucht es in der Bundeshauptstadt drei Abgeordnete.

Die neue Bewegung "DAÖ" will bei der Wien-Wahl (voraussichtlich Oktober 2020) antreten. Baron kann sich bei der kommenden Landtagswahl in Wien durchaus vorstellen, mit der FPÖ um die Mehrheit zu ringen, wie er sagte. Er und seine zwei Mitstreiter würden außerdem viele Freiheitliche kennen, die ebenfalls die neue Partei unterstützen würden. "Es ist vermutlich erst der Anfang, es werden viele folgen", stellte Handler in Aussicht.

Das Trio unterstützt Heinz-Christian Strache

Alle drei sind Unterstützer des ehemaligen Ex-FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Baron sagt selbst, dass er sich Heinz-Christian Strache als Spitzenkandidaten wünscht. Noch sei Strache aber - suspendiertes - Mitglied der Freiheitlichen. Im Gespräch sei man aber, sagt Baron. Selbst im Falle einer Anklage etwa aufgrund der Spesen-Vorwürde sei dieser als Mitstreiter willkommen, machte Baron klar. Dieser sei allerdings nach wie vor FPÖ-Mitglied, weswegen der Ex-Parteichef "zu diesem Zeitpunkt" nicht mitspiele. Es komme daher darauf an, wie die Freiheitlichen entscheiden. Aber: "Im Gespräch sind wir natürlich schon."

Als Strache-Fan outete sich auch der nun ausgetretene Handler. "Ich bin überzeugt von Zusammenhalt und Kameradschaft", beteuerte der Kommunalpolitiker. Für ihn persönlich sei der Austritt daher ein "Befreiungsschlag" gewesen. "Historisches" sieht wiederum Kops in der Gründung des neuen Klubs. Auch er hält weiterhin Strache die Stange und bevorzugt "Kadergehorsam" gegenüber der Parteidisziplin. Eine Spaltung der FPÖ habe man nicht gewollt, betonten alle drei.

Vorwürfe gegen Strache "werden sich entkräften"

Überzeugt zeigten sich die ehemaligen FPÖ-Mandatare auch davon, dass Strache die Vorwürfe gegen ihn - Stichwort Ibiza und Spesen - entkräften wird. Neue belastende Aussagen eines weiteren ehemaligen Mitarbeiters des Ex-Parteichefs sind für Baron nur wenig glaubwürdig: "Er hat versucht, sich in einer bessere Situation zu bringen", glaubt er. Es sei wohl es um ein mögliches Mandat bei den Freiheitlichen gegangen.

Kommen weitere Abspaltungen?

Offiziell gegründet wurde der neue Klub im Gemeinderat Donnerstagfrüh, auch Satzungen zur Parteigründung seien zum selben Zeitpunkt im Innenministerium hinterlegt worden, sagte Gernot Rumpold, der die Öffentlichkeitsarbeit und den Auftritt von "Die Allianz für Österreich" - abgekürzt als DAÖ - betreut. Auch ein Logo wurde am Donnerstag bereits präsentiert. Ob es auch in anderen Bundesländern zu Abspaltungen kommt, konnte Baron nicht sagen.

Zuletzt war spekuliert worden, dass Baron in seiner am Mittwoch angekündigten Erklärung "zu seiner persönlichen Zukunft aufgrund der aktuellen politischen Situation"  sein Gemeinderatmandat an Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache übergeben könnte und damit den Weg für Straches Rückkehr ins Wiener Stadtparlament freimacht.