Initiativenstart "Bildung gegen Vorurteile". Workshops des Parlaments sollen Jugendliche und Schüler für Themen wie Antisemitismus und Rassismus sensibilisieren.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 11. September 2019 (15:40)
Parlamentsdirektion / Johannes Zinner
Bildungsexperten Daniel Landau und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Präsentation der neuen Initiative. In den Workshops werden Themen wie Hass, Ablehnung und Antisemitismus gemeinsam mit den Jugendlichen besprochen.

Mit Schulbeginn startet das Parlament auch Ende September die neue Initiative "Demokratie in Bewegung - Bildung gegen Vorurteile". Jugendliche und Schüler sollen in Workshops gegen Antisemitismus und Rassismus sensibilisiert werden. Das Konzept stammt vom Bildungsexperten bei den Grünen, Daniel Landau.

Die ein- bis zweistündigen Workshops richten sich an Schüler der neunten Schulstufe, Lehrlinge und an Schulen in ganz Österreich. Die Jugendlichen sollen darin ihre eigenen Annahmen hinterfragen und das Thema selbstständig erkunden und reflektieren, heißt es.

"Im Workshop bemühen wir uns, die Themen Hass und Ablehnung, den Antisemitismus, mit der Beschaffenheit von jenen modernen, westlichen Gesellschaften zu verknüpfen, in denen sich der Holocaust erst in seinem Ausmaß entfalten konnte", so Landau. 

Sobotka: "Haben historische Verantwortung"

Anstoß für diese Initiative gab die Antisemitismusstudie 2018, die aufzeigt, dass zehn Prozent der Befragten manifest antisemitische Ansichten teilen und 30 Prozent latent antisemitisch sind. "Wir haben die historische Verantwortung, entschieden gegen jede Form von Antisemitismus oder Rassismus aufzutreten", so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. 

Nicht nur der Holocaust werde in den Modulen thematisiert, sondern auch die Zeit danach und davor. Auch auf importierten Antisemitismus, verknüpft mit Israel-Kritik, wies Sobotka hin. Bildung und Fortbildung seien hierbei wesentliche Schlüsselfaktoren.

Mitwirkung relevanter Organisationen

Das Angebot wird in Kooperation mit dem Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum umgesetzt. Das Parlament etablierte außerdem eine informelle Plattform für Organisationen, die im Bereich Antisemitismus und Rassismus Aufklärungsarbeit leisten. Mitglieder sind etwa das Mauthausen Komitee, Mauthausen Memorial, die Plattform erinnern.at oder der Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus.

Die Initiative "Bildung gegen Vorurteile" ergänzt das bereits bestehende Angebot zur mobilen Demokratiebildung des Parlaments, wie etwa das Modul "Demokratie in Bewegung - Das Parlament kommt zu dir", das seit Anfang 2017 besteht.