Niederösterreich

Erstellt am 22. Januar 2019, 02:34

von Eva Hinterer

Zahlreiche Themen und der Brexit. Im Waldviertel hat die Regierungsmannschaft der Volkspartei NÖ aktuelle Themen für 2019 besprochen.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter mit (v.l.) ihrem Stellvertreter Stephan Pernkopf und VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner bei der Klausur in Raabs/Thaya.  |  VPNÖ

Im beschaulichen Raabs an der Thaya fand die Arbeitsklausur der VPNÖ just am Tag der Brexit-Abstimmung statt. Die war damit auch im Waldviertel großes Thema. Ja, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, man mache sich Sorgen wegen des Brexits, aber Niederösterreich sei gut vorbereitet.

„Der Brexit wirkt sich in allen Bereichen aus, es gibt Irritation in ganz Europa“, sagt Mikl-Leitner. Rund 1.000 Betriebe in Niederösterreich exportieren nach Großbritannien. Die landeseigene Wirtschaftsagentur ecoplus international sowie die Wirtschaftskammer NÖ sind darauf eingerichtet, diesen Betrieben in Fragen zum Brexit hilfreich zur Seite zu stehen.

Neben der Schweiz, Deutschland und Ungarn hat das Land NÖ aktuell auch Großbritannien für aktives Standortmarketing ausgewählt: Konkret sollen sich Firmen aus diesen Ländern in NÖ ansiedeln. Die Brexit-Diskussion verleiht dem Plan nun eine gewisse Dynamik. Die abseits des Brexit diskutierten Schwerpunkt-Themen des Landes wurden bereits im Vorjahr angekündigt: Arbeit, Gesundheit, Mobilität, Wohnbau und Familie.

„Niederösterreich bei Kaufkraft führend“

Beim Thema Arbeit läuft es laut Mikl-Leitner hervorragend: Mit 608.000 unselbstständig Beschäftigten ist man aktuell auf Rekordkurs, bei der Kaufkraft liege NÖ vor allen anderen Bundesländern auf Platz eins. Die Arbeitslosigkeit ist um zehn Prozent gesunken, im Schnitt sind in NÖ aktuell 52.000 Menschen ohne Beschäftigung. Für den Arbeitsmarkt wurden in Allianz mit dem AMS Pläne ausgearbeitet: So sollen die Vereine „0>Handicap“ und „Jugend und Arbeit“ zusammengelegt werden. 900 Menschen sollen so zu einem Job kommen, davon 100 mit Behinderung.

Ein nächster Schwerpunkt ist das Thema Gesundheit. Mikl-Leitner benennt hier die Gesundheitshotline 1450, die es seit April 2014 gibt, als Erfolgsmodell. Bislang nur in den Modellregionen NÖ, Wien und Vorarlberg aktiv, soll sie jetzt auf ganz Österreich ausgerollt werden. Ziel der Hotline ist es, die Patienten zur optimalen Versorgung zu leiten – und die Ambulanzen zu entlasten. Das ist gelungen, „jeder vierte Anrufer wollte in eine Ambulanz gehen, letztlich hat es nur jeder zehnte getan“, sagt Mikl-Leitner. Rund 2.500 Anrufer verzeichnet 1450 pro Monat.

Grenzüberschreitend: Gesundheit & Mobilität

Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung „Health-across“ zwischen Tschechien und NÖ hebt die Landeshauptfrau ebenfalls hervor: Die funktioniert seit 2016 bereits im Rettungsdienst, bald soll es auch das erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum geben. Ab Frühjahr 2019 wird es in der Region Gmünd-České Velenice errichtet werden.

Beim Thema Mobilität wurde Mitte 2018 das Projekt „Europaspange“ präsentiert, die das Wein- und Waldviertel mit anderen Wirtschaftsräumen verbinden soll. Hier soll es eine strategische Prüfung geben, in der eine Verbindung zwischen Straße und Bahn analysiert werden wird. Dieser Prozess startet jetzt und wird zwei Jahre dauern.

In den nächsten Tagen wird NÖ eine neue Wohnbaustrategie vorstellen, die mehr Förderungen für den ländlichen Raum und einen Vorrang für Niederösterreicher im geförderten Wohnbau sicherstellen soll.

Als fünftes Thema stand die Familie im Focus: Hier soll es bis 2020 rund 100 Kleinstkindergruppen geben. 36 sind bereits in Betrieb, die restlichen sind aktuell in Planung bzw. in Umsetzung.