Autozulieferer Pollmann expandiert in China. Das Waldviertler Familienunternehmen hat um 10 Millionen Euro eine neue Produktion-und Lagerhalle in Kunshan gebaut. Die dritte Ausbaustufe des Werks, das Schiebedach-Kinematiken und elektronische Türschlösser produziert, wurde von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner höchstpersönlich eröffnet.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 24. April 2019 (12:56)

China ist der größte Automarkt der Welt. Alleine im Vorjahr wurden in der Volksrepublik 24 Millionen Autos verkauft. Ein Umstand, dem auch der niederösterreichische Autozulieferer Pollmann International Rechnung trägt.

Am Mittwoch hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die dritte Ausbaustufe des Werks in Kunshan - zwei Autostunden entfernt von Shanghai - höchstpersönlich eröffnet.

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Die Landeshauptfrau leitet aktuell gemeinsam mit Landesrat Martin Eichtinger eine Wirtschaftsdelegation mit 33 Unternehmern, die noch bis Montag in China die wirtschaftlichen Beziehungen intensivieren wollen. Mit dabei sind auch Vertreter der NÖ Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung NÖ sowie ecoplus.

„Know-how aus NÖ kann weltweit mitspielen“

„Wir sind stolz auf die Firma Pollmann. Das Waldviertler Familienunternehmen zeigt, dass Niederösterreich beim Know-how weltweit mitspielen kann“, betonte Mikl-Leitner. Es sei ein ganz großer Tag für die Firma, aber auch für Österreich, Niederösterreich und die Region in China. Insgesamt 10 Millionen Euro hat Pollmann für diese dritte Ausbaustufe investiert.

Walter Fahrnberger
Pollmann betreibt seit dem Jahr 2006 ein Werk in Kunshan in China

Seinen Hauptsitz führt das Familienunternehmen in fünfter Generation nach wie vor in Karlstein an der Thaya im Waldviertel. Standorte betreibt der Autozulieferer auch in Amerika, Tschechien und eben China. Dort sind 500 der insgesamt 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. In Vitis im Waldviertel werden aktuell 18 Millionen Euro für eine zusätzliche Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert.

Mit Schritt nach China zum Marktführer

Die Firma Pollmann (das Unternehmen wurde 2018 auch mit dem NÖN-Leopold-Preis in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet) erwirtschaftete im Vorjahr einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Bei der Produktion von Mechanikteilen für Schiebedächer sowie Kunststoffteilen für Türschlösser haben die Waldviertler den Aufstieg zum Weltmarktführer geschafft. Mitverantwortlich dafür war das Engagement in China, das 2006 begonnen hat.

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„Der Kunde hat uns quasi zu diesem Schritt gedrängt“, sagt Eigentümer Markus Pollmann. Kunden sind bei Pollmann so gut wie alle Automarken, vor allem über weitere Autoteile-Zulieferer wie Bosch.

Mit dem neuen dreigeschossigen Gebäude, wo neben einer 1.600 Quadratmeter großen Produktionshalle für rund 30 Spritzgussmaschinen auch ein Hochregallager und eine Montagehalle für Werkzeugbau Platz finden werden, kann Pollmann die Produktionskapazität nahezu verdoppeln. Damit wurde der Standort in China für die nächsten zehn Jahre fit gemacht.

Einer der Kunden von Pollmann ist auch der chinesische Autoriese Great Wall Motors (GWM), der im niederösterreichischen Kottingbrunn ein Forschungszentrum betreibt. Die NÖ-Delegation stattete der Firma am Mittwochnachmittag auch einen Besuch auf deren Stand auf der „Auto Shanghai“, der größten Automesse Asiens, ab.

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NÖ-Delegation trifft Bundeskanzler Kurz in China

Am Donnerstag  steht für die NÖ-Delegation ein Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz in Shanghai am Programm, der zu Verhandlungen über die Seidenstraße ebenfalls nach China reist. Am Nachmittag treffen Mikl-Leitner und Kurz den chinesischen Multimilliardär Jack Ma, den Gründer der Internet-Handelsplattform Alibaba.