Alois Schwarz erstes Jahr in St. Pölten. Begleitet von Kritik aus Kärnten ging unter Bischof Alois Schwarz viel weiter. Neuerungen wie der Pastoralrat sind erst der Anfang. Noch heuer kommt ein Frauenrat.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 01. Juli 2019 (01:08)
Diözese
Alois Schwarz brachte in seinem ersten Jahr viel neuen Schwung nachSt. Pölten.

Vor einem Jahr trat Alois Schwarz sein Amt als Bischof der Diözese St. Pölten an. Sein erstes Fazit: „Ich bin dankbar, dass mich die Menschen in der Diözese so herzlich und vertrauensvoll aufgenommen haben.“

Unbestritten ist, dass der gebürtige Hollenthoner neuen Schwung mitgebracht hat. Seine Predigten begeistern, seine Auftritte hinterlassen Eindruck bei den Menschen. Der Termin kalender war und ist voll – der Bischof kommt in die Pfarren, zu Festen, Versammlungen, Gottesdiensten und Weihen.

Das erste große Projekt seiner Amtszeit ist abgeschlossen: der Besuch aller Dekanate und Dekanatskonferenzen, wo Schwarz mit Priestern, Pastoralassistenten und Diakonen zusammentraf. Ebenfalls aufhorchen ließen strukturelle Neuerungen: So gibt es nun einen Pastoralrat, dessen Vorstand aus je drei Männern, Frauen und Priestern besteht, außerdem wurde ein Diözesanrat etabliert, der Empfehlungen an die Diözesanleitung gibt.

"Ich vertraue auf die zuständigen Behörden"

Für das zweite Halbjahr 2019 geplant ist die Errichtung eines Frauenrates. Positive Rückmeldungen gab es auch für erste personelle Entscheidungen wie die Bestellung von Josef Kowar, der als Pfarrer in Wieselburg und Schrems bereits beliebt war, zum St. Pöltner Dompfarrer. Auch mit der Neubesetzung des Schulamtes punktete Schwarz, ebenso mit der Ernennung von Katharina Brandner zur Leiterin des Kommunikationsreferates – erstmals ist eine Frau in dieser Funktion tätig.

Wichtig war Schwarz auch, dass der Wim-Wenders-Film „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ verbreitet wird. Mehr als 1.000 Besucher sahen ihn bei „Franziskus-Abenden“ an fünf Orten. Dort wurde auch diskutiert. Über aktuelle Fragen rund um Weltkirche, Diözese und die Vorwürfe aus Gurk-Klagenfurt. 17 Jahre lang hatte Schwarz dort gewirkt. Kaum war er weg, kochte die Kritik hoch – an seiner Amtsführung, an seinem Umgang mit dem Mensalgut und an seiner Lebensführung. Schwarz reagierte gelassen, verteidigte sich zumindest öffentlich kaum, holte auch nicht zum Rundumschlag aus.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft stellte mittlerweile ihre Ermittlungen ein, Administrator Engelbert Guggenberger, einer der heftigsten Kritiker, wurde von Nuntius Pedro Lopez Quintana abgelöst. In der Tageszeitung „Die Presse“ betonte der Nuntius, er gehe davon aus, dass sich Schwarz in Kärnten nichts zuschulden habe kommen lassen: „Sonst wäre er nicht nach St. Pölten versetzt worden.“ Denn die Versetzung nach St. Pölten sei als Beförderung zu sehen, nicht als Bestrafung. Schwarz bleibt gelassen: „Ich vertraue auf die zuständigen Behörden in Rom und Österreich, die die Vorwürfe prüfen, und konzentriere mich auf meine Arbeit in der Diözese St. Pölten.“

Für 2020 geplant ist ein Jugendinnovationstag

In welche Richtung es gehen könnte, zeigte Schwarz bei der Evangelisierung. Als einziger Bischof entschied er sich gegen einen Fastenhirtenbrief und nutzte stattdessen die sozialen Medien für Impulse in der Fastenzeit. Aufgebaut wird derzeit eine Online-Plattform, in der seine Predigten nachzuhören sind. Ein besonderes Anliegen sind Schwarz Kinder und Jugendliche: Mehr als 2.500 waren beim Minitag im Stift Zwettl. Und für Jänner 2020 ist ein diözesaner Jugendinnovationstag unter dem Motto „Just DU it“ geplant.