ÖVP will mobilisieren und die EU verändern. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Johanna Mikl-Leitner mit den ÖVP-EU-Kandidaten beim größten Wahlevent in Wieselburg zu Gast.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 14. Mai 2019 (21:14)

Die Messehallte in Wieselburg platzte beinahe aus allen Nähten. 1.800 Funktionäre waren gekommen, um  beim laut ÖVP „größten Wahlkampfevent  in Österreich“ die Anhänger der Volkspartei auf  die EU-Wahl am 26. Mai einzuschwören.

Im Mittelpunkt des Abends stand vor allem die Mobilisierung der Wähler. „Eine große Wahlbeteiligung ist die beste Garantie dafür, dass wir unsere Kandidaten durchbringen“,  formulierte  Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) das Ziel. Noch fehle ihm aber der Drive dafür. Um das zu ändern,  war alles gekommen, was die ÖVP zu bieten hat. Neben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wurde auch der Spitzenkandidat der europäischen Volkspartei (EVP),  Manfred Weber,  in Wieselburg begrüßt. Der  CSU-Politiker kommt  aus Bayern und ist Anwärter auf das Amt des Kommissionspräsidenten. Weber war so wie ÖVP-Bundesspitzenkandidat Othmar Karas und Niederösterreichs Spitzenkandidat Lukas Mandl  einer der Hauptakteure der Veranstaltung.

„Ab heute kein Zögern und Zaudern mehr“

„Ab heute gibt es kein Zögern und Zaudern. Ab heute heißt es laufen, laufen, laufen“, gab Lukas Mandl die Marschrichtung vor. Vor allem die persönlichen Stimmen sind für die Kandidaten im Vorzugsstimmen-Wahlkampf der ÖVP entscheidend. Mandl selbst hole sich im Wahlkampf den Auftrag der Wähler ab, wie er es formulierte. „Überall wo wir Mandate ausüben dürfen, ist das eine Dienstleistung an die Bürgerinnen und Bürger“, so Mandl. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner versprach den anwesenden NÖ-Kandidaten: „Wir werden für euch laufen, damit Niederösterreich gestärkt in Brüssel vertreten ist.“ Dafür will sie,  dass die ÖVP am 26. Mai in Niederösterreich so viele Stimmen auf die Waage bringt,  wie die VPNÖ Mitglieder hat.

Auch Karas für Veränderung der EU

Es brauche mehr Europa in dieser Welt, hielt Othmar Karas eine Brandrede auf die EU, denn „Europa ist überall in unseren Gemeinden“. Karas, der unweit von Wieselburg in Ybbs aufgewachsen ist und bereits seit 1999 im EU-Parlament sitzt, sprach über die Veränderung der  EU in den letzten 20 Jahren. Und er unterstützte  auch den von Kurz und Weber geforderten Kurs von Veränderung der EU in der Zukunft. „Ich bin dem Bundeskanzler dankbar, dass er nicht nur darüber redet was nicht geht, sondern dass wir uns auch eine Vertragsänderung zuzutrauen“, so Karas.

Als größte Herausforderungen für die EU sieht Karas die  Biotechnologie und  Digitalisierung ebenso wie den  Klimawandel und den demographischen Wandel. „Wir müssen Europa stärken und mit einer Stimme in der Welt sprechen, damit wir nicht zwischen Amerika und China zerrieben werden.“ Und Karas mahnte ein: „Die Rolle Europas kommt mir in diesem Wahlkampf zu kurz.“

„Mehr Stammtisch und weniger Schreibtisch“ in der Politik

Unter dem Motto „mehr Stammtisch und weniger Schreibtisch“ will die ÖVP die Politik mit Hausverstand mehr in Europa verankert wissen. Deshalb will Sebastian Kurz und Manfred Weber 1.000 Verordnungen in der EU streichen. „Einfach einmal die Fenster aufmachen und Luft rein lassen in Brüssel“, wie Weber es formulierte.  Die EU müsse  seiner Meinung nach mehr Lust  zur Reform haben. Weber will vor allem die Bürokratie abbauen und sich für ein starkes Europa einsetzen. Zum Abschluss gab es für Weber und die ÖVP-Kandidaten Standing Ovation vom Publikum.