Millionen für Wiederaufforstung in Niederösterreich. Der Borkenkäfer frisst ganze Landstriche kahl. Vier Millionen Euro an Soforthilfe sollen nun bei der Wiederaufforstung helfen, ein "Wald-Paket" soll folgen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 04. Juni 2020 (13:30)
40 Millionen Euro steckte der Bund in den vergangenen beiden Jahren in die Förderung der Nasslager - eine der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Borkenkäfers, betont Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.
BMLRT/Paul Gruber

Für die nicht zuletzt durch Trockenheit und Borkenkäfer schwer geplagte Forstwirtschaft gibt es weitere Unterstützung: Im Zuge der Landesagrarreferenten-Konferenz sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger heute vier Millionen Euro  an Sofort-Hilfe für die Wiederaufforstung der heimischen Wälder zu - davon drei Millionen Euro gehen nach Niederösterreich. 

„Die Trockenheit und der Borkenkäfer sind eine tödliche Mischung. Dieser Schädling entwaldet gerade ganze Regionen", erklärt Köstinger. Die nun zugesagten Millionen seien neben der Vereinbarung mit der Sägeindustrie, die bis Ende Mai die zusätzliche Abnahme von 200.000 Festmetern Schadholz brachte (die NÖN berichtete exklusiv), die ersten Schritte für ein groß angelegtes "Wald-Paket". Dessen Ziel wird es sein, neben der Sicherung der 300.000 Arbeitsplätze in der Wertschöpfungskette Forst-Holz
, den Wald als lebenswerten Raum zu erhalten und zukunftsfit zu machen. Denn: Knapp die Hälfte von Österreichs Gesamtfläche ist bewaldet. 

Wie massiv der Schaden durch Borkenkäfer und Trockenheit ist, zeigt der Blick auf die Zahlen: Mehr als 60 Prozent der österreichischen Holzernte sind auf Schadholz zurückzuführen, davon mehr als die Hälfte kommt aus Niederösterreich.

Köstinger betonte, dass Bund, Länder, Gemeinden, Industrie und Forstwirte  nun an einem Strang ziehen müssen, um weitere katastrophale Auswirkung des Borkenkäfers in den österreichischen Wäldern zu verhindern.

"Der Schaden trifft die ganze Gesellschaft."

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont, dass mit den vier Millionen Euro ein erster Beitrag geleistet werde, um den heimischen Wald zu retten: "Der Schaden ist enorm, er trifft aber nicht nur die Waldbesitzer, sondern die gesamte Gesellschaft, denn der Wald ist Wasserspeicher, sorgt für saubere Luft und kühlt das Klima. Wir brauchen daher Investitionen in die Wiederaufforstung von klimafitten Wäldern und Entlastungen für die betroffenen Waldbauern." Pernkopf streicht zugleich auch die Verantwortung der Konsumenten hervor: "Jeder Einzelne kann etwas beitragen, indem er auf heimisches Holz als Baustoff oder Energielieferant setzt.“