Erstellt am 14. März 2018, 15:26

von NÖN Redaktion

Sozialministerin will rasch 1200 Euro Mindestpension . Ressortchefin Beate Hartinger-Klein kündigt mehr Geld für Personen an, die 40 Jahre gearbeitet haben.

Beate Hartinger-Klein kündigt mehr Geld für Personen an, die 40 Jahre gearbeitet haben.  |  APA

Menschen, die 40 Jahre im Berufsleben gestanden sind und dennoch nur eine geringe Pension erhalten, sollen künftig mehr Geld bekommen. Das kündigte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) im Rahmen einer Enquete des Bundesrates über Armut in der Kindheit und im Alter und mögliche Gegenmaßnahmen an. Wer 40 Jahre Beiträge eingezahlt hat, soll, wie die Ministerin erläuterte, künftig eine Mindestpension von 1200 Euro im Monat erhalten.

Derzeit gibt es für Menschen mit einer niedrigen eigenen Pension eine sogenannte Ausgleichszulage. Die aufgrund eigener Berufstätigkeit erworbene – niedrige – Pension wird dabei für Alleinstehende jedenfalls auf 909,42 Euro im Monat aufgestockt („Ausgleichszulage“). Für Ehepaare mit einem gemeinsamen Haushalt macht die Ausgleichzulage 1363,52 Euro im Monat aus. Derzeit erhält in Österreich eine knappe Viertelmillion Menschen eine Mindestpension in Form einer Ausgleichszulage. Diese Mindestpension würde nach dem Vorschlag der Sozialministerin bei Personen, die 40 Jahre berufstätig waren, 1200 Euro monatlich ausmachen.

200.000 Pensionisten sind armutsgefährdet

Dies sei eine der ersten Maßnahmen der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Kampf  gegen Altersarmut, betonte Ressortchefin Hartinger-Klein. Nach aktuellen Daten sind derzeit in Österreich rund 300.000 Kinder und rund 200.000 Pensionisten armutsgefährdet, wobei die Zahl der Älteren, denen Armut droht, in der jüngeren Vergangenheit zurückgegangen ist. Ziel der Sozial- und Gesundheitsministerin ist es, die Erwerbsquote älterer Menschen in Österreich zu erhöhen, um Armut im Pensionsalter vorzubeugen.

Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) wies laut Parlamentskorrespondenz darauf hin, dass niedrige Einkommen im Elternhaus häufig Kinderarmut zur Folge haben. Besonders betroffen seien Alleinerzieherinnen. Kinder sollten keine von Armut vorgezeichnete Zukunft haben, warnte sie. Daher führte die Bundesregierung ab 2019 auch den steuerlichen Familienbonus bis zu 1500 Euro pro Jahr und Kind ein.