Danninger will mit Bürokratie-Abbau starten. Wirtschaftsbund übergab seine Forderungen an den frisch angelobten Landesrat. Jochen Danninger kündigte an, sich gleich für den Abbau der Bürokratie stark zu machen. Außerdem möchte er Beherbergungsbetrieben die Arbeit erleichtern.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 28. Februar 2020 (13:10)
"Auf gute Zusammenarbeit": Jochen Danninger und Wolfgang Ecker.
WBNÖ/Monihart

Weniger Bürokratie - das gab der erst gestern angelobte Wirtschafts-Landesrat Jochen Danninger als erstes Ziel aus. Diese Forderung des Wirtschaftsbundes nehme er gerne auf. „Für mich ist es ein zentrales Thema. Als einer meiner ersten Schritte als Wirtschafts-Landesrat werde ich Maßnahmen beim Bürokratieabbau setzen", kündigte der bisherige "ecoplus"-Geschäftsführer an, der an seinem ersten Arbeitstag den Forderungskatalog des Wirtschaftsbundes entgegennahm. Die Interessensvertretung fordert dazu etwa die im Regierungsprogramm verankerte Umsetzung des „Einmal-Melden-Prinzips“. „Derzeit müssen wir Unternehmer bei verschiedensten Stellen immer wieder dieselben Daten abliefern. Im 21. Jahrhundert muss es genügen, dass man Daten und Meldungen einmal den Behörden übermittle und diese dann verwaltungsintern weitergegeben werden", erklärte Wirtschaftsbund-NÖ-Obmann Wolfgang Ecker.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit will Danninger außerdem daran arbeiten, Förderrichtlinien zu modernisieren: „Wir brauchen die vollelektronische Abwicklung, Reduktion der Belege und eine Vereinfachung bei der Antragstellung", meinte der neue Landesrat.

Für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich wolle er eine starke Stimme sein: "Hierzu ist der enge Dialog mit der Interessensvertretung eine Grundvorrausetzung“, so Danninger.  Dass es eine gute Zusammenarbeit geben werde, zeigte sich Ecker zuversichtlich: "Jochen Danninger war unser Wunschkandidat. Ich bin überzeugt, dass er der richtige Partner für uns ist."

Gegen die "Zettelwirtschaft" in Hotels und Pensionen

Eine weitere Maßnahme, die er gleich zu Beginn seiner Amtszeit in Angriff nehmen möchte, soll Hotels und Pensionen die tägliche Arbeit erleichtern. Gästeblätter, die in Übernachtungsbetrieben immer noch auszufüllen sind, erscheinen Danninger nicht mehr zeitgemäß. Notwendig sind sie, weil alle Beherbergungsbetriebe Verzeichnisse über ihre Gäste führen müssen. Die Hotels und Pensionen können dabei entscheiden, ob sie das altbekannte analoge Gästeblatt verwenden oder ein elektronisches Gäste-Verzeichnis führen. Bei der digitalen Variante müssten, so Danninger, allerdings sowohl der Beherbergungsbetrieb als auch die Gemeinde eine Software ankaufen.

Dies ist laut dem Landesrat der Grund, warum die Beherbergungsbetriebe oft noch die Papierform vorziehen. „Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass der Bund eine österreichweit gültige einheitliche Plattform für die elektronische Gästemeldung zur Verfügung stellt. Auf diese Plattform müssen alle Beherbergungsbetriebe und Gemeinden Zugriff haben, damit ein einheitlicher, praktikabler Meldevorgang gewährleistet ist", meint Danninger.

Klares Bekenntnis für die Marchfeld Schnellstraße

Sowohl der neue Wirtschafts-Landesrat als auch der Wirtschaftsbund-Obmann bekräftigten außerdem ihr Bekenntnis zur Marchfeld-Schnellstraße (S 8): „Infrastruktur ist die Lebensader unserer Wirtschaft – ohne Verkehrs-Infrastruktur gibt es keine Wirtschaft", waren sie sich einig. Abgesehen von den Vorteilen für die umliegenden Ortschaften verwies Ecker auf die Verluste, die beim Abbruch des Projekts drohen würden.

Damit könnten zusätzliche 3.000 Arbeitsplätze, 336,94 Millionen Euro Bruttoregionalprodukt,  161,13 Millionen Euro Lohnsumme und  148,99 Millionen Euro an Steuern und Abgaben – nur in Niederösterreich – nicht realisiert werden. „Das können wir nicht riskieren. Wir werden uns weiter mit starker Stimme für die S8 einsetzen", versprachen Ecker und Danninger.