Fridays for Future: „Opa, was ist ein Schneemann?“. Schüler protestierten für die Umwelt. Dabei entstand Debatte um Fernbleiben vom Unterricht.

Von Teresa Sturm und Markus Glück. Erstellt am 19. März 2019 (00:02)
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"FridaysForFuture"-Demonstration in Wien

„Save the earth, there is no Wi-Fi on Mars“, „Opa, was ist ein Schneemann?“, „Ihr habt verschlafen, wir sind der Wecker“. Die Proteste der etwa 20.000 Schüler, die am Wiener Heldenplatz für den Umweltschutz demonstrierten, waren lautstark und deren Plakate kreativ. Viele Niederösterreicher waren dabei.

Im Vorfeld sorgten die Demos für Diskussionen. Manche Bildungsdirektionen ließen es den Schulen offen, ob während der Schulzeit demonstriert werden darf. In NÖ wurde ein Besuch der Klima-Demo jedenfalls als ungerechtfertigtes Fernbleiben gesehen. Laut NÖ-Bildungsdirektor Johann Heuras sei ein Streik „kein Rechtfertigungsgrund für das Fernbleiben vom Unterricht“. Er begrüße jedoch prinzipiell das Engagement der Schüler für den Klimaschutz.

"Klimapolitisches Engagement gehört unterstützt"

Margit Göll, Bildungssprecherin der Landes-ÖVP, sieht es als unverantwortlich an, dass politische Parteien Schüler zum Schulschwänzen auffordern. Man könne auch zu Kundgebungen nach Schulschluss aufrufen. Dabei kritisiert sie die Landesparteien der NEOS und der SPÖ. Diese unterstützten klar die Proteste, auch während der Schulzeit. NEOS-Landessprecherin Indra Collini begleitete die Demo mit ihrem Sohn.

Georg Ecker, Grünen-Bildungssprecher, hat das Statement des Bildungsdirektors von NÖ wiederum kritisiert, denn „klimapolitisches Engagement gehört unterstützt“. FP-Klubobmann Martin Huber sieht es zwar als Vorrecht der Jugend an, sich Gehör zu verschaffen. Sie dürfen aber nicht von „NGOs missbraucht werden“.

Vor zwei Wochen fand auch in St. Pölten ein „Friday for Future“-Event statt. Daran beteiligten sich auch Schüler des Melker Stiftsgymnasiums, darunter die Tochter des Zweiten Landtagspräsidenten Gerhard Karner (ÖVP): „Einer meiner beiden Töchter hat mich gefragt, und ich habe es ihr erlaubt und auch eine Entschuldigung geschrieben.“ Er legt aber Wert darauf, dass er die Situation als Vater und nicht als Politiker bewertet hat. „Ich bin froh, wenn meine Tochter sich engagiert. Mein Privatleben und meine politische Funktion sind aber zu trennen.“