Rekordnachfrage nach Handysignatur. e-Impfpass, digitales Genesungszertifikat, „Grüner Pass“ – Als Voraussetzung dafür dient die Handysignatur. Die Anträge für die digitale Signatur nahmen in den letzten Wochen enorm zu.

Von David Brandl. Erstellt am 09. Juni 2021 (16:52)
Shutterstock/Marko Aliaksandr

E-Government ist das Schlagwort in der Modernisierung der Bürokratie in den letzten Jahren. Dabei sollen Behördenwege einfach und bequem digital durchgeführt werden können. So entfällt der lästige Weg aufs Amt für zum Beispiel Wohnsitzanmeldungen oder um Volksbegehren zu unterzeichnen. Über die App „Digitales Amt“ können behördliche Schriftstücke auch unkompliziert auf das Smartphone elektronisch zugestellt werden. Insgesamt können über 230 Services aus der öffentlichen Verwaltung und über 4.000 Anwendungsmöglichkeiten aus der Privatwirtschaft via Handysignatur genutzt werden, heißt es vom Zertifizierungsdienstanbieter A-Trust.

Handysignatur für „Grünen Pass“

Grundvoraussetzung für die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten im E-Government ist die Handysignatur. Diese brauchen Bürger ebenso, um im Online-Portal der elektronischen Gesundheitsakte ELGA auf ihren e-Impfpass oder ihr Genesungszertifikat, das auch als „Grüner Pass“ gilt, zuzugreifen.

Daher verspüren Registrierungsstellen in Niederösterreich wie Bezirkshauptmannschaften, Gesundheitskasse oder Arbeiterkammer einen starken Anstieg der beantragten Handysignaturen. Momentan nutzen österreichweit bereits fast zwei Millionen Bürger die Handysignatur – Tendenz steigend. „In der Regel verzeichnen wir 30.000 bis 40.000 Neuaktivierungen pro Monat, zur Volksbegehren-Zeit verspüren wir Peaks bis zu 70.000 Aktivierungen“, erklärt Jennifer Davis von A-Trust. Mit über 170.000 Neuaktivierungen im Mai stellte man einen neuen Rekord auf.

Rekordmonat Mai

Dieser Ansturm macht sich auch bei Niederösterreichs Registrierungsstellen bemerkbar. „Im Mai 2021 wurden rund viermal so viele Handysignaturen von uns eingerichtet als in den Monaten davor“, berichtet Gerhard Zahler-Treiber von der Arbeiterkammer Niederösterreich. Diese Entwicklung bestätigen auch Gesundheitskasse und Bezirkshauptmannschaften.

Aufgrund der hohen Nachfrage muss die Arbeiterkammer bereits Termine für Handysignaturanträge vergeben und kann diese nicht mehr spontan abwickeln. Auch die Gesundheitskasse empfiehlt vorab Termine zu vereinbaren. Denn in einigen Kundenservicestellen seien die Termine bereits für einen längeren Zeitraum ausgebucht.

Handysignatur bequem zuhause aktivieren

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Handysignaturen weist Josef Kronister, Bezirkshauptmann von St. Pölten, darauf hin, dass Bürger Handysignaturen nicht nur bei Bezirkshauptmannschaften beantragen könnten. Vielmehr sollten sie sich an Registrierungsstellen in ihrer Nähe wenden.

Hier finden Sie alle Registrierungsstellen in Ihrer Nähe: https://www.a-trust.at/registrierungsstellen/

Handysignaturen können auch innerhalb von wenigen Minuten bequem von zuhause aus über FinanzOnline beantragt werden.

Führerschein und Zulassungsschein, bitte!

Bereits seit dem Frühjahr 2021 kann auch der digitale Ausweis „ID Austria“ im Rahmen einer ersten Pilotphase bei Registrierungsstellen (Registrierungsstellen „ID Austria“) beantragt werden. Auch alle Bürger, die ihren Reisepass oder Personalausweis verlängern, können erhalten auf Wunsch automatisch ihren digitalen Ausweis gleich mit. Mit der flächendeckenden Einführung der „ID Austria“ im Herbst 2021 werden bestehende Handysignaturen automatisch umgestellt. Funktionalität und Handhabung bleiben für Nutzer gleich.

Schon jetzt können mit der „ID Austria“, die mit der App „Digitales Amt“ verknüpft ist, Behördenwege bequem vom Smartphone aus erledigt werden und Dokumente digital signiert werden. Dadurch ersparen sich Bürger bis zu 40 Prozent der Antragsgebühren. Vom Ummelden des Wohnsitzes über Geburtsurkunden bis hin zum Staatsbürgerschaftsnachweis – all dies kann schon jetzt über das „Digitale Amt“ im Handumdrehen erledigt werden.

Ab Herbst 2021 kann die „ID Austria“ auch als Sichtausweis für beispielsweise Führerschein oder Zulassungsschein genutzt werden. Mit dem Smartphone in der Hosentasche kann man so künftig nicht mehr auf seine wichtigsten Ausweise vergessen.