Ein Radar für Europa und mehr Infos für NÖ. Nicht nur mit den Salons zum Wachauer Europa-Forum, auch mit einem eigenen EU-Radar will Niederösterreichs EU-Landesrat Martin Eichtinger künftig in Sachen EU informieren. Und hat heute, Montag, die ersten Ergebnisse des niederösterreichischen Stimmungsbarometers im St. Pöltner Landhaus präsentiert.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 21. Oktober 2019 (13:52)
NLK / Filzwieser
Stellten in St. Pölten Niederösterreichs erstes EU-Radar vor: EU-Landesrat Martin Eichtinger (rechts) mit Donau-Uni-Lehrgangsleiterin Gerda Füricht-Fiegl und Politologe Peter Filzmaier.

Das Vorbild ist klar: Was die EU-Kommission schon seit 46 Jahren zweimal im Jahr in ihrem Eurobarometer erhebt, soll ab sofort auch in Niederösterreich abgefragt werden. Nämlich: Stimmungen, Haltungen, aber auch Erwartungen, Forderungen und Kritik an und zur EU. "EU-Radar" haben EU-Landesrat Martin Eichtinger, Peter Filzmaier mit seinem Institut für Strategieanalysen und Gerda Füricht-Fiegl vom Department für Kommunikationsmanagement an der Kremser Donau-Uni das neue "Instrument für einen politischen Ausblick" getauft. Denn: "Wir wollen wissen, was den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern am Herzen liegt", so Eichtinger. 

Dazu will man nicht nur die im Oktober 2018 gestarteten Salons im Vorfeld von Niederösterreichs Europa-Forum am Göttweiger Berg fortführen (der nächste öffnet am 19. November in Melk seine Pforten). Dazu will man künftig viermal im Jahr über aktuelle EU-Förderungen informieren, vom Gratis-Interrail-Ticket bis zum WiFi-Gutschein für Gemeinden ("ich war", erzählt Eichtinger, "gerade in Hofamt-Priel, die haben eine Förderung bekommen und jetzt einen Hotspot mitten am Hauptplatz"). Und: Dazu will man die Niederösterreicher halbjährlich im Rahmen des EU-Radars befragen. 

Ob die EU-Mitgliedschaft für sie eine "gute Sache" sei - dazu sagen im ersten EU-Radar 52 Prozent "Ja" (aber, so Politologe Filzmaier: "Das ist gut. Aber da ist auch noch Luft nach oben!"). Welche die derzeit wichtigsten Themen für sie seien - das sind aktuell Klimaschutz, Lebenskosten und Gesundheitsversorgung, wobei die Mehrheit der 1.214 Befragten davon nur den Klimaschutz auf EU-Ebene geregelt haben will. Was sie mit der EU assozieren - da nennen die meisten derzeit das Gemeinschaftsgefühl ("je jünger, desto größer ist das"). Und: Ob sie in der EU in die Schule gehen, studieren oder arbeiten wollen - da sagt aktuell jeder zweite Schüler und 66 Prozent der Studierenden "würde ich gerne". 

Bei den Fragen nach Vorteilen, nach dem Euro oder nach InterReg gäbe es dagegen auch in Niederösterreich noch "ein klares Informationsdefizit", stellt Gerda Füricht-Fiegl von der Donau-Uni Krems fest. "Da gibt es viel Nicht-Wissen. Und das ist auch", so die Politikwissenschafterin, "eine klare Aufforderung an die Politik".