Verkehrs-Ticket: Alles wartet auf „1-2“. Forderung nach Länder-Karten kommt von allen Seiten. Bisher ist aber nur Bundesticket fix. Staatssekretär kündigt Roadmap an.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 12. August 2020 (02:48)
Das 1-2-3-Ticket war neben dem Hochwasserschutz oder den Klimazielen des Landes auch Thema beim Arbeitsgespräch zwischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Staatssekretär Magnus Brunner. Foto: NLK/Reinberger
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Öffis sollen günstiger werden und so öfter genutzt werden. Dieses Ziel haben die Grünen ausgegeben. Gelingen soll das mit dem 1-2-3-Ticket. Im Sommerministerrat wurde der Beschluss gefasst, die bundesweite Variante davon um 1.095 Euro ab 2021 anzubieten.

Wie es mit den Stufen 1 und 2, also den Jahreskarten für ein oder zwei Länder, weitergeht, ist noch in Schwebe – und das, obwohl die Forderung nach den Länder-Karten von allen Seiten kommt.

Auch NÖ Grüne wollen Einführung schon 2021 

Die ÖVP-NÖ pocht auf die gleichzeitige Einführung in allen Stufen. „Niederösterreichs Pendlerinnen und Pendler wird nur durch diese Vorgangsweise der größtmögliche Nutzen zuteil“, ist Verkehrs-Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) überzeugt.

Überraschend kommt diese Forderung zum grünen Prestigeprojekt auf Bundesebene nun auch von den Grünen NÖ. Auch sie wollen die Einführung schon 2021. Anders als die ÖVP sehen sie die Ursache für die Verzögerung der Länder-Jahreskarten mit der Bundes-Jahreskarte aber im Land.

„Die Bundesregierung hat sich zum 1-2-3-Ticket bekannt – ein Vorhaben, welches in unserem Bundesland noch nicht angekommen ist. Die Kosten könnten noch heuer im Nachtragsbudget beschlossen werden“, meint Grünen-Chefin Helga Krismer.

Beschlossen wurde vom Ministerrat die Einführung der Länder-Tickets bis zum Ende der Legislaturperiode. Alles Weitere erarbeiten Verkehrsverbünde, Länder und Ministerium nun, meinte ÖVP-Staatssekretär Magnus Brunner bei seinem Besuch bei der NÖN.

Als Ziel gab er aus, bei der Einführung der bundesweiten Jahreskarte einen genauen Fahrplan für die Einführung der anderen beiden Formen zu haben. „Die Länder brauchen Sicherheit, es braucht eine Roadmap – finanziell und organisatorisch. Da braucht es noch intensive Gespräche“, meinte der Vorarlberger.