EU-Abgeordnete sehen Wolf als Problem

Präsident der NÖ-Landwirtschaftskammer Johannes Schmuckenschlager und Bundesrat Eduard Köck (ÖVP) aus Waidhofen an der Thaya reichten eine Petition zur Wolf-Problematik in Niederösterreich im EU-Parlament ein. Nach einer Sitzung sprach sich die Mehrheit der EU-Abgeordneten (alle bis auf die Grünen) dafür aus, dass der Wolf zu einem Problemtier in Europa geworden ist. Zugleich bezeichneten aber die EU-Parlamentarier die Rückkehr des Wolfes als europäische Erfolgsgeschichte und verweisen auf die möglichen Förderungen für die betroffenen Landwirte.

Erstellt am 11. März 2021 | 16:36
Wolf Symbolbild
Foto: Symbolbild

Präsident der NÖ-Landwirtschaftskammer Johannes Schmuckenschlager rief bereits im Jahr 2019 gemeinsam mit dem NÖ-Bauernbund die “Petition Wolf” ins Leben. Das Gesuch gegen Wolf fand damals mehr als 58.000 Unterstützer und wurde direkt im EU-Parlament eingebracht. In der Petition weist Schuckenschlager gemeinsam mit Bundesrat Eduard Köck, EU-Abgeordneten Alexander Bernhuber sowie Landwirtschaftskammer Tirol-Präsidenten Josef Hechenberger darauf hin, dass der Wolf zwar europarechtlich mehrfach streng geschützt ist, aber den Wölfen die Scheu vor dem Menschen fehlen soll. Der Beweis dafür stellen laut Schmuckenschlager viele Vorfälle in Niederösterreich dar, bei denen es zu einem Konflikt zwischen dem Raubtier und Menschen kam. Demzufolge forderten die Verfasser der Petition das Recht zur Entnahme von Problemwölfen. “Die Sicherheit der Bevölkerung muss jedenfalls absoluten Vorrang haben”, hieß es in der Petition.

Nun stand die Petition auf der Tagesordnung des Petitionsausschusses. Den Verhandlern ist es gelungen, ihre Forderungen offen zu halten. Das ist die Grundlage dafür, dass die Petition auf europäischer Ebene weiter behandelt wird.

Die Sicherheit von Mensch muss EU-weit Vorrang haben

Die Befürworter der Petition halten fest, dass sich der Wolf in den letzten Jahren zu einem Problemtier entwickelt haben soll. Der Gesamtbestand des Raubtieres sei laut ihnen nicht mehr gefährdet und die Rede über sein Aussterben entspreche nicht der Realität. “Die Europäische Kommission muss endlich auf die Sorgen der EU-Landwirte hören und aufhören mit aberwitzigen Vorschlägen wie Hirtenhunde und Weidezäune, die nicht leistbar und in vielen Regionen nicht umsetzbar sind“, sagt Bernhuber.

Schmuckenschlager sieht eine dringende Notwendigkeit im aktiven Wolfsmanagement: „Der Schutz und die Sicherheit von Mensch und Tier muss EU-weit absoluten Vorrang haben. Zudem geht durch den vom Wolf verursachten Rückgang der Weidehaltung und Almwirtschaft sicherlich mehr Biodiversität verloren als durch dieses Tier jemals gewonnen werden kann. Besonders in Gebieten, in denen Herdenschutz nicht durchführbar ist, ist eine Regulierung der Wölfe notwendig. Der Schutzstatus der Wölfe muss daher seitens der EU geändert werden”, sagt abschließend der Präsident NÖ-Landwirtschaftskammer.

Grüne NÖ: "Der Wolf ist nicht der Feind!"

„Die Bauernvertreter aus Tirol und NÖ blitzen in Brüssel ab, weil der Wolf zu schützen statt zu schießen ist. Wir leben nicht im Märchen - der Wolf ist nicht der Feind!", sagt Helga Krismer von den Grünen und betont, dass Herdenschutz gefördert und wiederbelebt werden muss. "Denn Artenschutz heißt nicht den Wolf zu schießen, sondern ihm seinen Platz in unserem Land zuzugestehen. Das müssen auch ÖVP NÖ und Europaparlamentarier Bernhuber verstehen", ergänzt die Grünen-Politikerin.