Wasserqualität bei NÖ Badeseen überdurchschnittlich gut. 27 von 28 Badegewässern in Niederösterreich wurden bei der jährlichen EU-Qualitätskontrolle mit "Ausgezeichnet" bewertet.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 02. Juli 2019 (15:55)
Sebastian Thumpser / SPÖ
Univ.Prof. Dr. Franz Allerberg von der AGES und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) stellten am Dienstag den aktuellen EU-Bericht über die Qualität der Badegewässer vor

Mit dem Start der Sommerferien und den hohen Temperaturen gibt es nun nicht nur Zeit und Grund für Abkühlung in den niederösterreichischen Badeseen. Auch die Wasserqualität der wichtigsten Badegewässern des Landes ist "ausgezeichnet" bis "gut", wie ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) und der EU-Kommission nun zeigt.

Geprüft werden dabei jährlich alle 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien und die Schweiz. Auch im europäischen Vergleich schnitten Niederösterreichs Badegewässer hervorragend ab, betonte Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten.

NÖ: Etwa 150 Wasserproben 

In Niederösterreich waren es bei der letzten Überprüfung im Vorjahr 28 Badegewässer, die auf ihre Wasserqualität untersucht wurden. Nur der Badeteich in Poysdorf (Bezirk Mistelbach) wurde als „gut“ eingestuft. Alle anderen 27 Gewässer, wie etwa der Ratzersdorfer See in St. Pölten oder das Aubad in Tulln, wurden mit der Bestnote "Ausgezeichnet" bewertet. 

Für die Prüfung der heimischen Gewässer ist die Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) von der Bezirksverwaltungsbehörde beauftragt. Die Untersuchungen werden Anfang Juni - zwei Wochen vor dem Start der Badesaison - bis zum Ende der Badesaison am 31. August durchgeführt und finden alle 14 Tage statt. In Summe waren das in Niederösterreich etwa 150 Proben.   

Die Wasserproben werden von niederösterreichischen Teichen, Seen und Flussbädern entnommen und unter anderem auf die Indikatorkeime Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. „Diese erlauben Rückschlüsse, ob es zu einer Verunreinigung des Gewässers von außen gekommen ist, die Maßnahmen durch die Behörden notwendig machen“, hieß es von Univ.Prof. Dr. Franz Allerberger von der AGES am Dienstag. Außerdem wird der pH-Wert, Sauerstoffgehalt, aber auch die Sichttiefe des Wassers überprüft.

Hitze begünstigt Bakterienvermehrung

Dennoch gilt heuer Vorsicht beim Schwimmen in den Badesee, betonte Allerberger. „Bei hohen Wassertemperaturen kann es zu einer raschen Vermehrung von Cyanobakterien, der sogenannten Algenblüte oder auch Blaualge kommen“, so Allerberger.

Diese sind als natürliche Bestandteile an Oberflächengewässern zu finden, allerdings erwarte man heuer aufgrund der vielen überdurchschnittlich heißen Tage eine massive Vermehrung. Die Bakterien können Gifte bilden, die für Menschen und Tiere schädlich sind.

Im Ausland soll es laut Allenberger bereits mehrere Todesfälle bei Hunden, die sich die Algenblüten aus dem Fell geleckt haben, geben. Anzeichen für Cyanobakterien können eine bläulich-grüne Trübung des Wassers, Schlierenbildung und "Algenteppiche" an der Wasseroberfläche sein. Hundehalter sollten deshalb immer ihre Tiere im Blickfeld haben, wenn sie sich bei den Gewässern aufhalten. 

Mordasova Elena/Shutterstock
Hunde, die sich im Sommer gerne im Wasser aufhalten - wie Golden Retriever - sind häufiger von Cyanobakterien betroffen.

Auch vermehrte Vorfälle von "Badedermatitis" schätzt Allerberger für diese Badesaison ein. Diese zeigen sich bei Menschen durch einen Hautausschlag nach dem Schwimmen. Hier lautete seine Empfehlung, sich, wenn möglich, eher auf den Stegen aufzuhalten, insbesondere wenn bei den Gewässern Tiere wie Wasserschnecken und Enten leben. 

Weitere Infos über die heimischen Seen und Teiche liefert auch die Badegewässer-App der AGES. Hier werden mit offiziellem Beginn jeder Badesaison aktuelle Messwerte zu Wasserqualität, Sichttiefe und Temperatur von allen österreichischen EU-Badestellen hochgeladen.