Interreg: „Wo man Europa spürt“. Seit 25 Jahren arbeiten NÖ und Tschechien über Grenzen hinweg zusammen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 21. Januar 2020 (01:20)
„Interreg istfür uns vonbesondererBedeutung“: Martin Eichtinger.
NLK

Ein Kindergarten im Waldviertler Langau, wo man auch „jedna, dva, tři“ zählt. Und: Ein Kindergarten im tschechischen Jihlava, wo man „eins, zwei, drei“ zählt. Ein Grenzfluss, der, nachdem er jahrzehntelang stur begradigt und streng bewacht wurde, endlich wieder in seinen ursprünglichen Schlingen fließen darf. Ein Hightech-Zentrum im tschechischen Třeboň, das gemeinsam mit Biotechnologen von der Kremser IMC FH Elektroschrott mit Algen recycelt.

Gezählt wird in Langau und in Jihlava auch mit EU-Geld (knapp vier Millionen von 2016 bis 2019). Renaturiert wird an der Thaya mit EU-Geld (1,8 Millionen von 2016 bis 2020). Und recycelt wird in Třeboň auch mit EU-Geld (über eine Million Euro von 2018 bis 2022).

"Interreg heißt der zugehörige „Fonds für regionale Entwicklung“"

„Das ist dort, wo Europa für die Menschen spürbar wird“, meint Niederösterreichs EU-Landesrat Martin Eichtinger. Und das ist dort, wo nicht nur Niederösterreich und Tschechien, sondern auch die EU am Förderplan steht.

Interreg heißt der zugehörige „Fonds für regionale Entwicklung“. Den gibt es heuer schon seit 30 Jahren. Und der gehört heuer schon seit 25 Jahren auch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen (Nieder-)Österreich und Tschechien. „Hervorragend und bewährt“ sei die, so Eichtinger.

Und das seit 1995 in rund 700 Projekten mit allein 109 Millionen Euro für Niederösterreich. Von 2014 bis 2020, also in der aktuellen Förderperiode des EU-Budgets, stehen 60 Projekte mit 324 Partnern von St. Pölten über Wien und Linz bis nach Südböhmen, Südmähren und die Vysočina auf der Interreg-Liste – mit 84 Millionen Euro EU-Förderungen. 25 weitere Projekte, davon voraussichtlich fünf bis zehn in NÖ, hat man allein für heuer noch eingereicht.

Bei einem anderen Interreg-Projekt wird dagegen schon gebaut: bei Europas erstem grenzüberschreitenden Gesundheitszentrum in Gmünd und České Velenice. Im Frühjahr 2021 will man hier schon die ersten Patienten betreuen – ohne Grenzen.