Prüfungen starten am 25. Mai, mündliche Matura entfällt. Bildungsminister Heinz Faßmann präsentierte seine Pläne für die "verschlankte Matura". Geprüft wird schriftlich heuer nur in drei Fächern, mündlich nur auf freiwilliger Basis. Die Vorbereitung beginnt am 4. Mai. In Niederösterreich betrifft das rund 7.000 Schüler, die heuer ihre Matura ablegen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 08. April 2020 (11:56)
Prüfungen starten am 25. Mai, die mündliche Matura entfällt.
LStockStudio/Shutterstock.com

Das Zittern aller, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, hat ein Ende. Nach längerem Warten präsentierte Bildungsminister Heinz Faßmann heute die Pläne für die Matura in Corona-Zeiten. 

Seither ist klar: In die Schule gehen werden die Maturanten wieder ab 4. Mai. Dann starten die (wahrscheinlich) letzten drei Schulwochen ihres Lebens. Diese Zeit wird zur Vorbereitung auf die Matura und für den Abschluss der achten bzw. fünften Klasse genutzt. 

Die eigentliche Matura wurde für den Corona-Jahrgang "verschlankt". Schriftliche Prüfungen gibt es nur in drei Fächern Deutsch, einer Fremdsprache und Mathematik. In die Noten fließen heuer außerdem die Leistungen der achten bzw. fünften Klasse ein. Die Gesamtnote setzt sich aus dem Ergebnis der Matura-Prüfung und den Leistungen während des letzten Schuljahres zusammen.

Die mündliche Matura entfällt gänzlich. Die Schüler erhalten stattdessen die Note, die sie in dem jeweiligen Fach in der achten bzw. fünften Klasse haben. Nur, wenn jemand damit nicht zufrieden ist oder sein Wissen unter Beweis stellen will, sei es laut Faßmann möglich, freiwillig eine mündliche Prüfung abzulegen.

Zustimmung gibt es zu diesen Plänen von Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras. Oberstes Ziel sei es gewesen, dass die Schüler Klarheit und Sicherheit bekommen. „Die Lösung, die nun getroffen wurde, ist eine machbare für alle Betroffenen und ist den schwierigen Zeiten durchaus angepasst. So sollen die Schülerinnen und Schüler nicht überfordert werden aber dennoch die Chance bekommen, einen Abschluss zu machen, der diesen Namen auch verdient“, sind sie sich einig.

Froh zeigt sich darüber die Landesschülervertretung: "Wir begrüßen die gesetzten Maßnahmen", sagt BHS-Landesschulsprecher Benjamin Koiser. Schon eine Umfrage der LSV habe  gezeigt, dass etwa die Hälfte von rund 2.000 befragten Maturanten, einen Entfall der Prüfungen wünscht. "Es freut uns sehr, dass wir mit der Freiwilligkeit einer mündlichen Matura nun bereits massive Erleichterungen für Maturantinnen und Maturanten präsentieren können", sagt Koiser. Gleichzeitig kündigt er weiteren Einsatz für die rund 196.000 Schüler Niederösterreichs an. Offen seien etwa noch Fragen über die Benotung der Vorwissenschaftlichen Arbeit, Praktika in Berufsbildenden Schulen sowie die Durchführung der Lehrabschlussprüfungen. Dazu wollen die Schülervertreter weiterhin das Gespräch mit den zuständigen Politikern sowie der Bildungsdirektion suchen.