SPNÖ: "Altersarmut ist weiblich". Die SPÖ Niederösterreich hat in einer Pressekonferenz darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen in Österreich im Durchschnitt rund 42 Prozent weniger Pension bekommen. Man fordert "Maßnahmen im Kampf gegen die Pensionsschere".

Von Teresa Sturm. Erstellt am 25. Juli 2019 (16:30)
Käfer / SPÖ
Landespräsident des Pensionistenverbandes NÖ Hannes Bauer, SPÖ NÖ-Landtagsabgeordnete Elvira Schmidt und Franz Schnabl, Landesparteivorsitzender der SPÖ NÖ, treten für "gerechte Pensionen" ein.

Der Equal Pension Day verdeutlicht den enormen Pensionsunterscheid zwischen Männern und Frauen. Er beruht auf Berechnungen und bezeichnet den Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bekommen haben, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten werden.

"Also um 42,3 Prozent weniger", warnt SPÖ NÖ-Landtagsabgeordnete Elvira Schmidt. Der Equal Pension Day fällt in Niederösterreich auf den 25. Juli. Damit ist NÖ österreichweit auf dem 4. Platz.

Maßnahmen gegen Altersarmut

Als Erfolg sieht Schmidt die zuletzt im Parlament auf Initiative der SPÖ beschlossene volle Anrechnung der Karenzzeiten. Doch es müssten "rasch weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pensionsschere und die Altersarmut von Frauen folgen", fordert Schmidt. Dafür spricht sich auch Landespräsident des Pensionistenverbandes NÖ Hannes Bauer aus: "Altersarmut ist weiblich."

Ein Hauptgrund für die großen Pensionsunterschiede zwischen Männern und Frauen sei die Lohnschere, führt Franz Schnabl, Landesparteivorsitzender der SPÖ NÖ, aus: „Für die SPÖ ist daher klar: Es braucht eine völlige Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt sowie vollständige Lohntransparenz. Wichtig ist auch eine gerechte Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit zwischen Männern und Frauen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört für uns auch ein Kinderbetreuungsangebot mit flächendeckend kostenlosen Einrichtungen auch am Nachmittag. Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben und diese haben sie nur, wenn es auch entsprechende Wahlmöglichkeiten gibt."

Pflegezeit soll angerechnet werden

Bauer spricht sich zudem für eine Pensionsreform mit neuem Berechnungsmodell aus. Die Pflege und Betreuung der Kinder müsse aufgewertet werden. Er fordert etwa eine hundertprozentige Anerkennung von Kindererziehungszeiten und zwar "für jedes Kind volle vier Jahre". Zudem will der Landespräsident des Pensionistenverbandes NÖ eine Anrechnung von Pflegezeiten bei Betreuung von nahen Angehörigen: “Damit könnten wir einen Riesenschritt in Richtung gerechte Pensionen setzen.“