FPÖ NÖ: "Pflegenotstand selbstverschuldet". Die Freiheitlichen kritisieren Untätigkeit der ÖVP NÖ und fordern konkrete Maßnahmen, um Niederösterreich zum "Pflegeland Nummer eins" zu machen.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 12. September 2019 (16:25)
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FPÖ-Klubobmann Stellvertreter Landtagsabgeordneter Erich Königsberger (r.) und FPÖ NÖ Pressesprecher Alexander Murlasits bei der Pressekonferenz in St. Pölten.

"Wir stehen vor einem Pflegenotstand", betont FPÖ-Klubobmann Stellvertreter Landtagsabgeordneter Erich Königsberger und warnt vor Personalmangel, überfüllten Pflegeheimen und langen Wartezeiten. Das Problem in Niederösterreich sei "selbstverschuldet und von der ÖVP hausgemacht", so Königsberger. 

Ziel sei es, Niederösterreich zum "Pflegeland Nummer eins" zu machen. "Wir brauchen ein Pflegenetz, das jeden Pflegebedürftigen auffängt und keine Ungerechtigkeiten zulässt", so der FPÖ-Klubobmann Stellvertreter. 

Aus- und Neubau von Pflegezentren

Die Freiheitlichen NÖ haben fünf Anträge beim Landtag eingebracht: Zum einen sollen Pflegeheime aus- bzw. neu gebaut werden, um der steigenden Nachfrage nach Pflegeplätzen entgegenzuwirken. Dafür sei eine sofortige Evaluierung der Auslastung aller Pflege- und Betreuungszentren nötig, um den Aus- und Neubau umzusetzen. Auch die stationäre Palliativbetreung müsse dringend ausgebaut werden. 

Außerdem fordert die FPÖ NÖ eine Reform des Fördermodells für die 24-Stunden-Betreuung und setzt auf die Anerkennung und intensiven Förderung von einheitlichen und höheren Qualitätsstandards. Das neue österreichische Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen sei bereits ein erster wichtiger Schritt, so Königsberger. Diese Agenturen müssten allerdings stärker gefördert werden.

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FPÖ-Klubobmann Stellvertreter Landtagsabgeordneter Erich Königsberger warnt vor "System-Kollaps"

Um die Pflegekräfte für Betroffene leistbar zu machen, solle je nach Einkommen und Pflegestufe der Förderbetrag ab Pflegestufe 3 bis zu maximal einer Verdoppelung in der Pflegestufe 7 angehoben werden. Kritisiert wurde auch die Erhöhung der Stundenwerte in den Pflegestufen 1 und 2, die für das entsprechende Pflegegeld erforderlich sind. Königsberger: "Diese unsozialen Verschlechterungen müssen umgehend rückgängig gemacht werden."

Lehrberuf "Pflege und Betreuung" reformieren

Wesentlich sei auch eine Reform des Lehrberufes "Pflege und Betreuung", um Jugendliche bereits nach dem Pflichtschulabschluss für den Pflegeberuf zu begeistern. Derzeit kann in Österreich ab 18 Jahren eine zweijährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz begonnen werden. "Hier geht zwischen Pflichtschulabschluss und Pflegeausbildung wertvolle Zeit verloren", kritisiert Königsberger. Vorbild sei die Schweiz, die seit 2003 die Lehre "Fachmann/-frau Gesundheit", anbietet.