FPÖ: Teufel hatte Kontakt mit Sellner. NÖ-Abgeordneter als „Maulwurf“ in der Razzia bei Identitären-Chef verdächtigt. Er kontert.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 06. August 2019 (06:01)
FPÖ
Reinhard Teufel, Ex-Kabinettschef von Kickl, wehrt sich gegen die aktuellen Vorwürfe.

Reinhard Teufel von der FPÖ ist Gemeinderat in Gaming (Bezirk Scheibbs), seit dem Vorjahr Landtagsabgeordneter in Niederösterreich und er war bis vor Kurzem Kabinettschef von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl. Als solcher ist er nun ins Visier der Medien geraten.

In Tageszeitungen wurde Teufel in Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung beim Chef der rechtsextremen Identitären Martin Sellner im März gebracht. Damals kam der Verdacht auf, dass die Razzia vom Innenministerium verraten wurde. Grund für die Hausdurchsuchung war eine Spende des Christchurch-Attentäters an die Identitären in der Höhe von 1.500 Euro.

Nun wurde spekuliert, dass Reinhard Teufel dieser „Maulwurf“ gewesen sein könnte. Im Innenministerium wurde das allerdings laut APA nicht bestätigt. Auch bei den mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaften scheint Teufels Name nicht auf. In Wien wartet man aber noch auf einen polizeilichen Ermittlungsakt, betonte man dort.

Ich habe niemanden gewarnt Reinhard Teufel

In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Austria Presseagentur (APA) bezeichnete Teufel die Spekulationen als schleierhaft: „Ich sage deutlich. Ich habe niemanden gewarnt. Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Ich war im Vorhinein nicht einmal informiert.“ Der Gaminger fordert hingegen diejenigen, die diese Gerüchte in die Welt setzen würden, auf, aus der Deckung zu kommen und ihre Vorwürfe öffentlich zu erheben, „damit ich mich rechtlich zur Wehr setzen kann“.

Sehr wohl bestätigte Teufel allerdings einen SMS-Kontakt mit Sellner im Jahr 2015. Danach habe ihm Sellner nur mehr einseitig Nachrichten geschickt, auf die er nicht mehr geantwortet habe. Gegenüber der NÖN war Reinhard Teufel für keine Stellungnahme erreichbar.