Landesregierung: ÖVP und SPÖ spenden Monatsgehälter . Wegen der Coronakrise spenden acht der neun Mitglieder der NÖ Landesregierung jeweils mehr als 8.000 Euro. Nur FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl schloss sich dem Vorhaben nicht an: „Ich fände es schäbig, ein Coronavirus zu brauchen, um zu helfen“, meint er.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 21. April 2020 (16:12)
Alle ÖVP- und SPÖ-Landesregierungsmitglieder beteiligen sich an der gemeinsamen Aktion. Nur der freiheitliche Landesrat Gottfried Waldhäusl (unten rechts) macht nicht mit.
APA (8); Hilfswerk Niederösterreich; HYPO NOE/Lechner

In der heutigen Sitzung der Landesregierung haben sich die Vertreter von ÖVP und SPÖ darauf geeinigt, jeweils ein Netto-Monatsgehalt für einen wohltätigen Zweck zu spenden. Die sechs Regierungsmitglieder der ÖVP, mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner an der Spitze, wollen mit den Spenden Schülerinnen und Schülern von besonders bedürftigen Familien unter die Arme greifen.

Konkret soll das Geld für die Ausstattung mit Laptops verwendet werden. „Wir wollen so gerade jetzt den Kindern das Home-Schooling, aber auch danach das Lernen und die Mitarbeit am Unterricht erleichtern“, erklärt die Landeshauptfrau. Der Kampf gegen das Coronavirus fordere uns allen - aber gerade auch unseren Kleinsten - viel ab, meinte Mikl-Leitner.

SPÖ spendet für ASBÖ und Volkshilfe

Auch die SPÖ mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig schlossen sich bei der Spendenaktion an. Während Schnabls Beitrag dem ASBÖ zugutekommen wird, spendete Ulrike Königsberger-Ludwig an einen Unterstützungsfonds der Volkshilfe. Dieser hilft Mitarbeiterinnen und  Mitarbeitern, die durch die Kurz-Arbeit in Schwierigkeiten geraten sind.

Waldhäusl: Spende jährlich mehr als Monatsgehalt 

FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl beteiligte sich als einziger nicht an der Aktion. „Ich fände es schäbig, ein Coronavirus zu brauchen, um spendenbereit zu sein und zu helfen", sagt er.  "Seit ich als Politiker tätig bin, spende ich jedes Jahr deutlich mehr als nur einen Monatsgehalt“, verteidigt Waldhäusl sein Vorgehen.

So habe er dem Kolpingheim Waidhofen/Thaya, in dem Menschen mit besonderen Bedürfnissen leben, über die Jahre knapp 50.000 Euro zukommen lassen. Abgesehen davon würde er regelmäßig "landwirtschaftliche Naturalspenden an bedürftige Stellen in Niederösterreich abgeben“, so Waldhäusl.  

Spendensumme liegt bei über 65.000 Euro

Auch ohne Waldhäusls Salär haben die acht verbleibenden Mitglieder der NÖ Landesregierung somit eine Spendensumme von insgesamt mehr als 65.000 Euro lukriert. Der Bruttoverdienst eines Landesrats liegt bei über 16.000 Euro (das sind gut 8.000 Euro netto). Die Landeshauptfrau verdient 17.800 Euro brutto (über 9.000 Euro netto), die LH-Stellvertreter mit 16.900 Euro etwas weniger.

„Ich danke allen Mitgliedern der Niederösterreichischen Landesregierung für das professionelle Management und die reibungslose Zusammenarbeit in dieser Krise und für ihre Spende, mit der sie einen zusätzlichen Beitrag zum Miteinander in Niederösterreich leisten“, lobte die Landeshauptfrau das Vorgehen der Regierungsmannschaft von ÖVP und SPÖ. „Wir sind alle gefordert, als Gesellschaft und als Gemeinschaft. Und unser bisheriger gemeinsamer Weg war dabei geprägt von Vertrauen und Zusammenhalt.“