Jenseits des Eisernen Vorhangs. An den Grenzöffner Alois Mock erinnert man jetzt in Weitra – und Wien.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 02. Juli 2019 (02:19)
Robert Jäger/dpa
Das „Bild, das um die Welt ging“: Alois Mock am 27. Juni 1989 in Klingenbach.

Zwei Räume sind eigentlich viel zu wenig. Für einen wie Alois Mock. Der gerade erst 85 geworden wäre. Der Ungarns Eisernen Vorhang durchschnitten hat. Der Österreichs EU-Beitritt ermöglicht hat. Der Jugoslawiens (Balkan-)Konflikt öffentlich gemacht hat.

In Weitra hat man sich trotzdem daran gemacht. Und zwei Monate, nachdem man im Keller des hiesigen Schlosses den „Schauplatz Eisernen Vorhang“ neu aufgestellt hat, zwei Stockwerke höher, neben dem barocken Theatersaal, das „Zeitalter des Alois Mock“ eröffnet. Auf gerade einmal hundert Quadratmetern. Und mit jeder Menge Objekten, die man „noch nie gesehen hat“, so Kurator Christoph Benedikter.

"Soll in den nächsten paar Jahren zu sehen sein"

Drei Polstermöbel und ein Kaiserinnen-Gemälde (aus seinem Büro), ein Verdienstorden (aus Ungarn), eine Generalsuniform (aus Russland) oder der Dmitar-Zvonimir-Orden (aus Kroatien). „Wir haben“, erzählt der Historiker, der mit dem Land und Herbert Vytiskas Zeitgeschichte-Verein die Schau gestaltet hat, „viel von Edith Mock bekommen.“ Familienfotos, Widmungen (von Jacques Chirac bis Jean-Paul Belmondo), Stecktuch & Krawatte und sein Pianino („das kommt noch“). Zu sehen soll all dies „die nächsten paar Jahre“ sein. Und an einen der ersten „Mahner und Warner“ erinnern.

Das will man auch in der Wiener Tivoligasse, wo die Politische Akademie der ÖVP sitzt und deren Aula gerade den Namen eines „durch und durch integren Menschen“, so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, bekommen hat: Alois Mock Aula“.