Gewaltschutz in NÖ: Mehr Frauenhausplätze und Prävention notwendig

Erstellt am 23. November 2022 | 16:23
Lesezeit: 3 Min
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v.l. Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) machen bei einer Pressekonferenz im Landhaus auf die Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten für von Gewalt betroffene Frauen in Niederösterreich aufmerksam.
Foto: NLK Pfeiffer
Im Vorfeld zur Kampagne “16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen” weisen die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) auf die Hilfsangebote für Betroffene hin und präsentieren die Ziele der nächsten Jahre im Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Die Kampagne “16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen” findet jährlich international zwischen dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden (25. November) und dem internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) statt. Das nehmen die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) zum Anlass, um bei einer Pressekonferenz aktuelle Projekte zum Gewaltschutz und Hilfs- und Beratungsangebote für betroffene Frauen in Niederösterreich ins Bewusstsein zu rücken.

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Im Rahmen der Kampagne „Orange the World“ werden orangene Bänder und Fahnen als Zeichen der Solidarität mit Frauen gehisst wie hier in Klosterneuburg.
Foto: Soroptimistinnen

„Eigentlich wäre es besser, wenn wir diese Aktion nicht brauchen würden. Aber wir müssen weiter dringend Initiativen setzen, die auf Gewalt an Frauen aufmerksam machen“, sagte eingangs Teschl-Hofmeister. Allein in diesem Jahr zählt man in Österreich bereits 28 Frauenmorde. Außerdem ist in Niederösterreich die Anzahl von Betretungs- und Annäherungsverboten in der Zeit von Jänner bis Oktober im Vergleichszeitraum des Vorjahres um neun Prozent angestiegen. “Wir müssen Frauen dann stärken, wenn sie schon in Gewaltbeziehungen leben. Häusliche Gewalt ist nicht privat, häusliche Gewalt geht uns als Gesellschaft und uns als Politik etwas an”, so Königsberger-Ludwig. Sie ist der Meinung, dass es immer einen Weg aus Gewaltbeziehungen gibt.

Aufstocken auf 170 Frauenhausplätze und Finanzbildung erweitern

Um Frauen aus akuten Situationen mit Gewalt herauszuholen, stehen die sechs Frauenhäuser und Notwohnungen mit zurzeit 30 Plätzen zur Verfügung. Insgesamt gibt es in Niederösterreich 145 Plätze für von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder. Eine Konvention sieht 170 Plätze für Frauen in Niederösterreich vor. Königsberger-Ludwig kündigte an, die fehlenden 25 Plätze auszubauen. Ein weiteres Ziel ist es, die baulichen Qualitätskriterien für den Um- und Zubau von Frauenhäusern zu überarbeiten. Außerdem arbeite sie daran, für Frauen nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus leistbaren Wohnraum in den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.

Ein wichtiger Punkt beim Gewaltschutz für Frauen ist die Präventionsarbeit vor allem in den Frauen- und Mädchenberatungsstellen und im Gewaltschutzzentrum in Niederösterreich. Ein Teil der Prävention sei es auch, die Finanzkompetenz und das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken. “Finanzkompetenz ist wichtig, dass eine Frau nicht aufgrund von finanzieller Abhängigkeit in einer Gewalt-Partnerschaft bleiben muss”, erläutert Teschl-Hofmeister. Zum Beispiel informiert das Projekt “Geldheldinnen” vom Verein Neustart Frauen zu Berufswahl, Teilzeitarbeit und Altersvorsorge.