Landesräte schreiben offenen Brief an Bundesregierung. Sieben Landesrätinnen und Landesräte von Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Steiermark, Oberösterreich und Kärnten haben sich am Dienstag mit einem Offenen Brief zum Ausbau des Gewaltschutzes an die zuständigen Minister der Bundesregierung gewandt. Anlass dazu seine "die entsetzlichen Gewalttaten an Frauen in den vergangenen Wochen".

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 11. Mai 2021 (15:53)
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Um das Ziel zu erreichen, die Prävention und den Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt auszubauen, schlagen die Landesräte folgende Maßnahmen vor:

Sie ersuchen um einen regelmäßigen, strukturell verankerten Austausch zwischen den Bundesländern und der Bundesregierung im Rahmen eines neu einzurichtenden Gewaltschutz-Dialogs. Die aktuelle Entwicklung und die hohe Zahl schwerster Straftaten gegen Frauen würden es erfordern, dass die Budgetmittel des Bundes für die Akuthilfe, die gegenwärtig vorrangig von den Bundesländern finanziert wird, deutlich erweitert werden.

Inhaltlich soll, in Übereinstimmung mit den Ausführungen von Expertinnen und Experten, ein Schwerpunkt in die präventive Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen, besonders mit Burschen, darüber hinaus auch mit Männern und Beschäftigten im Gesundheitsbereich sowie im Rahmen von opferschutzorientierter Täterarbeit gesetzt werden.

Es brauche vom Innenministerium koordinierte Fallkonferenzen in jedem Bundesland, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Frauenhäusern, Gewaltschutzzentren, Polizei und Justiz. Diese ermöglichen eine rasche, laufende Aufarbeitung von Vorfällen sowie bestmöglichen Schutz für und Begleitung von Gewaltopfern - mit dem Ziel, Gewalt an Frauen zu verhindern.