Hainburg bekommt Gymnasium und FH-Plätze für Biotechnologie

Erstellt am 18. Jänner 2023 | 12:00
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Bei der Präsentation des neuen Bildungscampus': Geschäftsführer und Geschäftsführerin der IMC Fachhochschule Krems, Udo Brändle und Ulrike Prommer, Minister Martin Polaschek, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt, Armin Mahr, und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
Foto: NLK/Pfeiffer
In der Stadt entsteht ein neuer Bildungscampus. Untergebracht sein wird dort eine AHS mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Außerdem entstehen 480 Studien-Plätze für Biotechnologie.

Im städtischen Raum platzen die Gymnasien aus allen Nähten. Deshalb kündigte das Bildungsministerium 2020 an, rund um Wien fünf neue AHS zu errichten. Klosterneuburg und Tullnerbach (Bezirk St. Pölten-Land) standen damals bereits fest, dann wurden Baden und Gänserndorf als neue Standorte bekannt gegeben.

Heute präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bildungsminister Martin Polaschek (beide ÖVP) schließlich den fünften Standort: In Hainburg (Bezirk Bruck/Leitha) soll am Gelände der vor über 15 Jahren stillgelegten Marc Aurel Kaserne am Fuße des Schlossberges, also in direkter Nähe zum Stadtzentrum, ein neues Gymnasium mit 32 Klassen errichtet werden.

Einen genauen Zeitplan gibt es dafür laut dem Minister noch nicht. Die Ausschreibung soll demnächst beginnen, meinte er auf NÖN-Nachfrage. Der Wunsch von Mikl-Leitner ist jedenfalls ambitioniert: Sie hofft auf Eröffnung des Gymnasiums schon im September 2025.

Die neue AHS soll einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt haben. Das passt zum zweiten neuen Bildungsangebot, das im Bezirk Bruck an der Leitha entsteht. Auf dem neuen Bildungscampus sollen auch 480 FH-Studienplätze für Biotechnologie angeboten werden. Dabei handelt es sich um dislozierte Studienplätze der Fachhochschulen Wiener Neustadt und Krems. 2025 soll der Betrieb in Hainburg starten. Kosten sollen die neuen Studienplätze rund 13 Millionen Euro.

Fachkräfte für Boehringer-Ingelheim, Takeda und Co. sollen ausgebildet werden

Mit ein Grund, warum man sich für Hainburg als neuen Standort entschieden hat, ist der Pharma-Riese Boehringer-Ingelheim, der in Bruck an der Leitha eine biopharmazeutische Anlage baut. Für "die größte Betriebsansiedelung in der Geschichte Niederösterreichs" wolle man Fachkräfte ausbilden, erklärte Mikl-Leitner.

Außerdem sei Hainburg gut erreichbar - auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und von der Slowakei. Als zweiter Pharma-Betrieb, der sich für Absolventen der FH interessieren würde, wurde die Firma Takeda in Orth im Bezirk Gänserndorf genannt. Der Standort Hainburg liegt von beiden Betrieben nur etwa 20 Minuten entfernt.

Mit der Biotechnologie-Ausbildung soll Niederösterreich, wie Mikl-Leitner betonte, auch einen Schritt zu mehr Unabhängigkeit machen. Die Abhängigkeit im Bereich der Medikamente, die vorwiegend in Asien hergestellt werden, sowie im Bereich der Energie, haben die aktuellen Krisen vor Augen geführt.

„Mit dem neuen Campus Hainburg setzen wir einen weiteren Schritt, um die Gesundheitskompetenz in Niederösterreich weiterzuentwickeln, Fachkräfte auszubilden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht zuletzt“, meinte Mikl-Leitner.

Bürgermeister Schmid: "Projekt bringt unermesslichen Mehrwert für Region"

In Hainburg ist der Jubel groß. „Wir werden von der ältesten Tabakstadt zur jüngsten Schul- und Universitätsstadt“, freut sich Bürgermeister Helmut Schmid (ÖVP). Das Projekt habe einen „unermesslichen Mehrwert für die ganze Region“, ist Schmid überzeugt. Für die Belebung Hainburgs umso mehr, als sich das Gelände praktisch in der Innenstadt befindet.

Ins selbe Horn stößt auch Landtagsabgeordneter und Bürgermeister des Nachbarorts Wolfsthal, Gerhard Schödinger (ÖVP): „Ich bedanke mich bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dass der äußerste Osten des Bezirks und des Landes damit so aufgewertet wird, wie das bis dato in der Geschichte noch nicht der Fall war. Für Hainburg und die Region ist das eine ganz existenzielle Geschichte.“