Heimunterricht soll auf Dauer bleiben. Bildungsplattform Leistung und Vielfalt fordert Rahmen für Distance Learning auch nach Corona. Eltern lehnen das ab. Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:47)
Distance Learning
Lernen zuhause vor dem Laptop: Geht es nach der „Bildungsplattform Leistung und Vielfalt“, sollten Jugendliche das auch nach der Pandemie noch regelmäßig tun.
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Im Lockdown haben das Distance Learning viele verflucht. Nun fordert die Bildungsplattform Leistung und Vielfalt das Weiterführen des Lernens vor dem Laptop – ganz unabhängig von der Pandemie. „Schule kann und soll mehr sein als ein Parkplatz für Kinder, während die Eltern arbeiten“, heißt es von der Plattform, der auch AHS-Direktoren-Sprecherin Elisabeth Zins aus Mistelbach angehört.

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AHS-Direktoren-Vertreterin Isabella Zins sieht viele Vorteile im Distance Learning.
privat, privat

Sie meint, dass Distance Learning zu Unrecht als Notnagel in der Lockdown-Zeit gesehen wurde und Vorteile bringt: Im Gegensatz zur von vielen vertretenen Meinung, dass Unterricht zuhause für Kinder mit Ablenkung verbunden ist, sieht Zins Ablenkung in der Klasse. „Die Leistungen nach dem Distance Learning waren gut, und die Schüler sind selbstständiger geworden.“

Einsetzen will sich die Plattform für die Schaffung eines gesetzlichen Rahmens für schulautonome Möglichkeiten, einzelne Tage oder Stunden für Distance Learning bereitzustellen. „Das kann eine Projektarbeit sein oder der Nachmittagsblock im Wahlpflichtfach“, sagt Zins und betont, dass die Forderung vorerst nur für Oberstufen gelte.

Teschl-Hofmeister: Distance Learning kann Präsenzunterricht nicht ersetzen

Paul Haschka vom Landeselternverband kann dem Vorschlag nichts abgewinnen. „Keinesfalls ist es vorstellbar, dass eine Schule von sich aus für alle Distance Learning verordnet. Das war eine Notmaßnahme, mit fortschreitender Impfung muss durchgehend Präsenzunterricht durchgeführt werden“, findet der Schwechater. Es gebe noch keine Untersuchungen, wie viel an Kompetenz und Sozialkontakten verloren gegangen sei.

Das Einzige, das laut Haschka angeboten werden sollte, ist von der Bildungsregion organisierter Online-Ersatzunterricht, wenn Schüler im Spital oder in Quarantäne sind. Denkbar sei auch, dass Einzelne auf eigenen Wunsch in Absprache mit den Eltern im Distanzmodus lernen.

Positiver steht Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) dem Vorschlag gegenüber. Sie will sich im Bund dafür einsetzen. „Dort, wo es Schulen sinnvoll und zum Vorteil der Schüler einsetzen können“, betont sie und nennt schulstandortübergreifende Projekte als Beispiel. Klar sei, dass Distance Learning den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann.

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