Wo von Gewalt betroffene Frauen in NÖ Hilfe bekommen

27 Frauen wurden 2021 bereits von ihren (Ex-)Lebensgefährten ermordet. Außerdem wurden über 2.000 Betretungsverbote ausgesprochen. In den "16 Tagen gegen Gewalt an Frauen" soll das Problem vom Verborgenen in der Familie in die Öffentlichkeit geholt werden. Einen Überblick über Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige gibt es hier.

Erstellt am 24. November 2021 | 15:31
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Foto: Tinnakorn jorruang/Shutterstock.com

Morgen, am 25. November, starten wieder die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Die Zeit zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) und dem Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) wird genutzt, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Als Signal werden öffentliche Gebäude orange beleuchtet.

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Die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister und Ulrike Königsberger-Ludwig betonen: "Es ist nie die Frau selbst Schuld, wenn sie von Gewalt betroffen ist!" Sie ermutigen alle Betroffenen, sich Hilfe zu suchen.
NLK/Pfeiffer

Wie notwendig es ist, auf Gewalt gegen Frauen und Hilfsangebote für Betroffene hinzuweisen, beweisen Statistiken: Heuer wurden in Österreich bereits 27 Frauen ermordet.

In Niederösterreich gab es zwei Frauen-Morde: Im April tötete ein Mann seine Lebensgefährtin in Neulengbach (Bezirk St. Pölten), in Deutsch-Brodersdorf (Bezirk Baden) hat ein Mann mutmaßlich seine Lebensgefährtin im Oktober ermordet.

Hinzu kommen österreichweit 44 versuchte Morde an Frauen. Die Täter stammten in den allermeisten Fällen aus dem nächsten Umfeld der Betroffenen - fast immer waren sie die Lebensgefährten oder Ex-Lebensgefährten der Frauen. Außerdem musste die Polizei 2021 bereits 2.092 Betretungsverbote verhängen.

  • Schutz, Information und Unterkunft für betroffene Frauen:

Beratung und Unterstützung erhalten Betroffene  im Gewaltschutzzentrum St. Pölten mit Außenstellen in Wiener Neustadt und Zwettl. Schutz und eine Unterkunft, wenn sie sich von Gewalt in der Familie befreien wollen, bekommen Frauen und ihre Kinder in sieben Frauenhäusern in Niederösterreich. Zurzeit sind diese zu 70 Prozent ausgelastet. Die erfahrungsgemäß schlimmste Zeit, in der es in Familien häufig zu Eskalation kommt und Frauen sich Hilfe suchen, steht mit Weihnachten erst bevor.

Der Lockdown könnte das Problem zusätzlich verschärfen. "Im Normalfall gibt es für jede Frau einen Platz in einem Frauenhaus. Im Notfall schaffen die Verantwortlichen in den Frauenhäusern einen", betont Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Seit Anfang 2020 gibt es außerdem die Fachberatungsstelle für Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Wiener Neustadt.

Gemeinsam mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) ruft Königsberger-Ludwig dazu auf, die Hilfsangebote zu nutzen: "Es braucht sich niemand schämen, Hilfe anzunehmen." Gleichzeitig ist es nötig, dass Frauen sich bewusst werden, dass niemals sie Schuld sind. "Die Schuld liegt immer bei dem, der gewalttätig wird", betonen die Landesrätinnen. 

  • Telefonische und Online-Beratung und Hilfe für betroffene Frauen: 

☎ Frauen Helpline:  0800 222 555, täglich 0–24 Uhr, online unter frauenhelpline.at. Dort werden Informationen, Hilfestellungen, Entlastung und Stärkung geboten – auch in Akutsituationen.

☎ NÖ-Frauentelefon:  0800 800 810, erreichbar von Montag bis Donnerstag 9–12 Uhr. Die Expertinnen helfen bei psychischen, sozialen, rechtlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Fragen.

Onlineberatung für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, gibt es hier: https://haltdergewalt.at/ - täglich von 16:00 bis 22:00 Uhr

Zusammengefasst sind die Hilfsangebote, wie die Politikerinnen betonen, auch auf Informationsfoldern im Scheckkartenformat. Diese wurden in einer Auflage von bis dato 275.000 Stück in Deutsch und seit Kurzem auch 2.500 Stück in Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Türkisch, Fari/Darsi und Englisch an häufig frequentierten Orten wie Supermärkten, Apotheken, Kliniken oder Arztpraxen  in Umlauf gebracht. Außerdem werden die Hilfsangebote nun auch wieder auf den Rechnungen der Spar-Märkte angeführt. 

  • Informationen für Angehörige von von Gewalt betroffenen Frauen:

Damit auch Angehörige, Nachbarn oder Bekannte helfen können, wurde im Rahmen des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen ein Handlungsleitfaden „Interventionskette häusliche Gewalt“ erarbeitet. 

Alle Hilfsangebote sind auch hier zusammengefasst:  Niederösterreich:https://www.noe.gv.at/noe/Frauen/Gewaltschutz.html