Alfred Riedl: "Starke Kooperationen“. Alfred Riedl, Gemeindebund-Präsident, sprach mit T. Sturm über das Wirtschaftsforum

Von Teresa Sturm. Erstellt am 02. April 2019 (01:38)
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Alfred Riedl, Gemeindebund-Präsident, sprach mit T. Sturm über das Wirtschaftsforum. Matern

NÖN: Digitalisierung kann beim Bürgerservice helfen. Wie weit ist man dabei in Niederösterreich?

Alfred Riedl: Wir haben die Österreich-App (Digitales Behördenportal, Anm.) vorgestellt und werden Abläufe künftig vollkommen digital machen. Wir können in unseren Dienstleistungsbetrieben, wie etwa der Abfallwirtschaft, vollständig digital kommunizieren.

Die Gesellschaft der zwei Geschwindigkeiten wurde diskutiert. Kommen manche Kommunen mit dem Wandel nicht mit?

Riedl: Wenn wir die zwei Geschwindigkeiten hätten, dann hätten wir heute zum Beispiel in Göstling noch keinen Strom. Wir reden bei den unterschiedlichen Geschwindigkeiten nur vom Markt. Und das alles dem Markt zu überlassen, der sagt ‚Ich bin nur dort, wo es sich rechnet‘, das ist das Problem.

Eines der diskutierten Pflegekonzepte sind die „Community Nurses“, also Gemeindepflegepersonal, das außerhalb von Krankenhäusern tätig ist. Ist das Modell vorstellbar für NÖ?

Riedl: Ja. Ich glaube, wir brauchen in den Gemeinden Ansprechpartner für Pflegebedürftige, die eine gewisse Informations- und Koordinationsfunktion ausüben. Die könnte man

zum Beispiel über Gemeindekooperationen organisieren.

Wie ist Ihr Fazit nach dem Forum?

Riedl: Wir haben bei den Best-practice-Beispielen gesehen, dass Bürgermeister Ideen umgesetzt und auch starke Kooperationen zwischen den Gemeinden gebildet haben. Das Forum hat auch gezeigt, dass die Gemeinden Innovationsmotoren sind.