Aus einer Vision wurde Wirklichkeit. Zehn Jahre nach der Eröffnung zählt Klosterneuburger Zentrum zu den aufstrebendesten Forschungsinstituten der Welt.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 12. Juni 2019 (08:58)
IST Austria
Das IST Austria ist weltweit auf Platz acht im Ranking aufstrebender Forschungsinstitute.

Vor zehn Jahren startet die Erfolgsgeschichte des Institute of Science and Technology (IST Austria) in Klosterneuburg mit fünf Professoren. Heute – drei Wittgenstein-Preise der Republik, 34 hoch dotierte Förderungen des Europäischen Forschungsrats und elf Tonnen Kaffee später – ist der Campus in der Katastralgemeinde Maria Gugging in einem Atemzug mit Wissenschaftsgrößen wie Stanford, dem MIT, der ETH Zürich und dem Weizmann-Institut zu nennen.

Das renommierte Magazin „Nature“ reiht das IST Austria auf Platz acht der aufstrebenden Forschungszentren – als einziges europäisches Institut in den sonst von asiatischen Mitbewerbern geprägten Top Ten.

„In nur zehn Jahren sind wir in die Champions League der internationalen Forschung aufgestiegen“, bilanziert Thomas Henzinger, 2009 zum Präsident auserwählt und bereits zweimal wiederbestätigt. Der Instituts-Leiter der ersten Stunde denkt zurück: „Vor zehn Jahren war die Vision des IST Austria eine kühne Idee, das Areal war eine große Baustelle.“

IST Austria

Von dem Traum eines österreichischen Spitzen-Instituts zu der Realität liegt ein weiter Weg: 2002 bringt Anton Zeilinger, Quantenphysiker und Professor der Universität Wien, die Idee beim Technologieforum Alpach aufs Tapet. Vier Jahre später wird es offiziell: Das „Bundesgesetz über das Institute of Science and Technology Austria“ gibt 2006 die rechtliche Grundlage für einen Campus, Maria Gugging setzt sich in der Standortfrage durch.

Drei prominente Wissenschaftler skizzieren in einem profunden Bericht die Eckpunkte des IST Austria: Haim Harari, langjähriger Präsident des Weizmann-Instituts, Olaf Kübler, vormaliger Präsident der ETH Zürich, und Hubert Markl, ehemaliger Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

2009 wird das IST schließlich eröffnet. Die „Vision“ der Wissenschaftler ist heute Wirklichkeit, die „Baustelle“ ein großer Campus mit vier Labor-Gebäuden. Nummer fünf und sechs werden in den kommenden Jahren eröffnet. Henzinger: „Es ist wichtig, dass das IST Austria kontinuierlich weiterwächst, um eine Größe zu erreichen, mit der es sich dauerhaft und sichtbar in der Weltspitze etablieren kann.“