Kremser Klimaschützer: „Wir müssen handeln!“. Der Kremser Klimaaktivist Johannes Stangl über die Zukunft und Dringlichkeit der Klimastreiks.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 04. Juni 2019 (02:03)
Gloria Dimmel/Jugendstil
„Wir streiken, bis ihr handelt“, lautet die Aufforderung der Streikenden, darunter Johannes Stangl, an die Politiker.

Als Mitgründer von „Fridays for Future Vienna“ ist der Kremser Johannes Stangl einer von vielen, die jeden Freitag um fünf vor zwölf vor dem Wiener Heldenplatz für eine bessere Klimapolitik streiken. Bereits seit Dezember gehen Schüler, Studierende, aber auch Wissenschaftler und Lehrer auf die Straßen und immer mehr schließen sich der Bewegung an.

Zwei weltweite Klimastreiks konnten zahlreiche Menschen erreichen, Gespräche mit Politikern wurden geführt, vergangene Woche machten Arnold Schwarzenegger und Greta Thunberg auf der Klimakonferenz in Wien auf dieses Thema aufmerksam. Am Freitag waren 35.000 Menschen beim Klimaprotestmarsch mit der 16-jährigen Schwedin in Wien dabei.

"Wir streiken so lange, wie es eben sein muss"

Gefeiert wurde auch die Bereitschaft der EVN, noch dieses Jahr das letzte Kohlekraftwerk Niederösterreichs in Dürnrohr zu schließen. „Es ist schön zu sehen, dass sich das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Klimakrise langsam ändert“, sagt Johannes Stangl. Was fehle, sei aber nach wie vor ein konkreter und allumfassender Plan für die Reduzierung von CO 2 und die Einhaltung des 1,5°C-Ziels des Pariser Klimaabkommens. Und da sei vor allem die Politik gefragt.

Österreich soll laut den Organisatoren hinter „Fridays for Future“ den Klimanotstand ausrufen, wie dies etwa das britische Parlament oder die deutsche Stadt Konstanz bereits gemacht haben. Durch einen Klimanotstand soll die Eindämmung der Klimakrise als höchste Priorität durch die österreichische Politik wahrgenommen werden. Bis dahin wird weitergestreikt, weiter für eine bessere Zukunft protestiert. „So lange, wie es eben sein muss“, so der 24-jährige Physikstudent.

Der dritte weltweite Klimastreik soll am 27. September stattfinden. „Der Plan ist auch, verstärkt die arbeitende Bevölkerung einzubinden“, meint Stangl. „Hierfür sind wir bereits mit Gewerkschaften im Gespräch. Denn die Klimakrise geht uns alle etwas an!“

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