Pazourek übt Kritik an Landespolitik. Scheidender NÖGKK- General ist „enttäuscht“ von Landeshauptfrau.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 02. Juli 2019 (02:19)
NÖGKK
Jan Pazourek (NÖGKK-Generaldirektor, rechts) und Gerhard Hutter (Obmann, links).

Die Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ist das zentrale Thema, das NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek und Obmann Gerhard Hutter unter den Nägeln brennt. Auch weil die beiden Funktionsträger von der Effizienz der NÖGKK überzeugt sind. Kritik übte Jan Pazourek in diesem Zusammenhang an der aktuellen Landespolitik und an VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Der NÖGKK-Generaldirektor sei „enttäuscht“.

Er sehe es in der Pflicht der Landeshauptfrau sicherzustellen, dass gewährleistet ist, dass die Niederösterreicher nach der Fusion für ihr Geld dieselben Leistungen bekommen wie jetzt, und dass auch messbar ist, ob die Niederösterreicher Gewinner oder Verlierer der Zusammenlegung sind. Jetzt, wo die Gebietskrankenkassen in der ÖGK aufgehen, könne aber nicht mehr nachvollzogen werden, wie viele Beitragsgelder aus den NÖ-Betrieben kommen. Dass die Landeshauptfrau hier nicht sichergestellt hat, diese Dinge zu wissen, bezeichnet er als „mehr als einen Schwächeanfall“.

"Kann mehr Geld in die medizinische Versorgung investiert werden"

Vom Land NÖ erreichte die NÖN dazu folgendes Statement: Die Zusammenlegung steigere die Effizienz in der Verwaltung und bringe Vorteile für die Patienten. „Durch ein schlankeres Verwaltungssystem kann mehr Geld in die medizinische Versorgung investiert werden. Durch die Österreichische Gesundheitskasse erhalten die Menschen in Zukunft für dieselben Beiträge dieselben Leistungen, unabhängig vom Wohnort.“

In der Vorwoche wurde auch Jan Pazoureks Wechsel zur Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA per 1. August bekannt – der möglicherweise mit der Fusionierung der Krankenkassen zu tun haben könnte. Er wird dort stellvertretender Generaldirektor. Seine NÖGKK-Agenden gehen vorläufig an seine bisherige Stellvertreterin Petra Zuser.