Appell für Regionalität beim Weihnachtseinkauf. Wirtschaftsbund und Bauernbund NÖ fordern die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auf, ihre Weihnachtseinkäufe regional zu erledigen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 02. Dezember 2019 (12:51)
Wirtschaftsbund NÖ-Obmann Wolfgang Ecker (links) und Bauernbund NÖ-Obmann Stephan Pernkopf plädieren für regionalen Einkauf.
WBNÖ/Gerald Lechner

1,25 Milliarden Euro werden alleine in Niederösterreich pro Jahr im Onlinehandel umgesetzt. „Aber: 55 Prozent davon gehen ins Ausland“, sagt Wirtschaftsbund NÖ-Obmann Wolfgang Ecker heute Vormittag vor Journalisten. „Dieses Geld fehlt natürlich bei uns in der Wertschöpfung.“

Das schlage sich sowohl auf die Entwicklung der Ortskerne als auch auf die Arbeitskräfte nieder, so Ecker. Noch dazu seien die nationalen, stationären Händler einer höheren Steuerlast ausgesetzt als ausländische Online-Großhändler. Der Wirtschaftsbund NÖ fordert daher europaweit einheitliche Regelungen, um diese Unterschiede auszugleichen. Wolfgang Ecker wendet sich außerdem mit einem Appell an die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher: Nämlich, regional im Weihnachtsgeschäft einzukaufen. Das sei umweltschonender als sich viele Pakete schicken zu lassen, und die heimischen Nahversorger würden gestärkt, betont Ecker.

Der Wirtschaftsbund NÖ setzt sich daher auch für die Unterstützung von heimischen Betrieben ein. Etwa will Ecker eine Auszeichnung für Gemeinden erreichen, die regionale Beschaffung durchführen. Und: KMU sollen bei öffentlichen Vergaben bevorzugt werden.

"Fleisch und Erdbeeren müssen nicht fliegen"

Auch Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau-Stellvertreter (ÖVP) und NÖ Bauernbund-Obmann, will „verhindern, dass Geld ins Ausland abfließt.“ Er kann sich Klimazölle für Produkte vorstellen, die weit gereist sind, denn: „Fleisch und Erdbeeren müssen nicht fliegen.“ Auch er ist sicher: „Regional schützt Klima und Umwelt.“ Pernkopf verweist auch auf das Angebot der bäuerlichen Direktvermarkter in NÖ, von denen es aktuell rund 10.000 gibt. Diese Zahl soll kontinuierlich gesteigert werden, so Pernkopf.

Deswegen haben der Wirtschafts- und der Bauernbund NÖ in Anlehnung an den Slogan „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ einen neuen Stehsatz ins Leben gerufen: „Bestell nicht online, kauf im Ort ein.“