Erstellt am 14. August 2018, 02:00

von Anna Faltner

Keine Öffnung in Sicht. Ob Kinder sprengelfremde Schulen besuchen können, entscheidet auch in Zukunft Gemeinde. Verfahren ändert sich 2019.

Symbolbild  |  Szasz-Fabian Ilka Erika/Shutterstock.com

Es ist kein Einzelfall und nicht nur aktuell, sondern seit Jahren Thema: der sprengelfremde Schulbesuch. Jüngstes Beispiel liefert die Gemeinde Yspertal (Bezirk Melk): Ab Herbst startet die Neue Mittelschule mit dem Schwerpunkt Sport, wofür sich auch Kinder aus der Umgebung interessierten und deshalb um einen sprengelfremden Schulbesuch ansuchten. Der Haken: Den sprengelfremden Schulbesuch muss die Heimatgemeinde des Schülers bezahlen.

Im konkreten Fall geht es um fünf Kinder aus Maria Taferl. Die Gemeinde will sich eine Kopfquote von 2.000 Euro pro Schüler und Schuljahr nicht leisten. Ein Streit zwischen Ortschefs, Direktoren und Eltern ist entfacht. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gaben Spekulationen, dass auf Landesebene die Öffnung der Schulsprengel Thema sei und schon bald über die Bühne gehen soll.

Eltern bringen Ansuchen direkt bei der Schule ein

Fest steht jedoch, dass die bevorstehende Änderung des NÖ Pflichtschulgesetzes, nicht die Sprengelöffnung der Schulen betrifft, sondern eine Änderung in der Verfahrensabwicklung impliziert. Die Entscheidung, ob Kinder Schulen außerhalb des Gemeindesprengels besuchen dürfen, fällen weiterhin die Gemeinden. Statt wie bisher bei der Bezirksverwaltungsbehörde stellt der Erziehungsberechtigte ab 1. Jänner 2019 das Ansuchen an die Leitung der aufnehmenden Schule.

Und die setzt sich dann mit den Gemeinden in Verbindung. Im Fall Yspertal müssen die Kinder noch um ihren Platz bangen. „Wir warten auf Rückmeldungen aus der Politik. Momentan wissen wir nicht, wie die Geschichte ausgeht“, ist Yspertals NMS-Direktor Johann Zeilinger skeptisch.