Kabinettschef Teufel: "Das ist fadenscheinig". Für Reinhard Teufel, FPÖ-Landtagsabgeordneter aus Gaming und Kabinettschef von Herbert Kickl, heißt es nach eineinhalb Jahren genauso wie für seinen Chef Abschied nehmen aus dem Innenministerium. Er sieht die ÖVP im "Machtrausch".

Von Christian Eplinger. Erstellt am 21. Mai 2019 (17:34)
Werner Kerschbaummayer
Reinhard Teufel wechselt vom Innenministerium zurück in den FPÖ-Parlamentsklub.

Reinhard Teufel war der starke Mann hinter FPÖ-Innenminister Herbert Kickl. Als Kabinettschef war und ist er einer der engsten Vertrauten von Kickl. Nach dessen Entlassung, die voraussichtlich morgen per Bescheid zugestellt wird, heißt es auch für Teufel, dass er seine Funktion als Kabinettschef verliert.

"Ich gehe zurück ins Parlament und werde Büroleiter des zukünftigen geschäftsführenden FPÖ-Klubobmannes", erklärt der 40-jährige Reinhard Teufel, der vor seiner Zeit im Innenministerium als Büroleiter von FPÖ-Klubobmann HC Strache tätig war.

Dass es zum Bruch der türkis-blauen Regierung gekommen ist, bedauert der Scheibbser FPÖ-Bezirksobmann.

"Die Regierungsarbeit der letzten eineinhalb Jahre ist sehr gut angekommen. Daran war auch die FPÖ hauptbeteiligt, da wir in wesentlichen Ressorts konkret Pflöcke eingeschlagen haben, die in der Bevölkerung gut angekommen sind. Aber die ÖVP wollte in ihrem Machtrausch, seit dem Auftauchen des Ibiza-Videos, unbedingt das Innenministerium als zentrales und wichtiges Ressort", sagt Teufel und wirft der ÖVP "fadenscheinige Argumente" vor, die zur Kickls Entlassung geführt hätten.

Es gäbe drei Begründungen, die laut Teufel absolut nicht stimmig seien. Zum ersten hätte Herbert Kickl auch als FPÖ-Generalsekretär nie mit den Parteifinanzen direkt zu tun gehabt. Zum zweiten hätte die Ermittlungen, sofern sie überhaupt eingeleitet werden, ohnehin die Staatsanwaltschaft geführt.  "Und die ist ja bekanntlich in einem der ÖVP zugeordneten Ressort angesiedelt", sagt Teufel.

Als drittes Argument führt der baldige Ex-Kabinettschef an, dass die ÖVP indirekt mit der Behauptung, Ermittler würden unter einem freiheitlichen Innenminister nicht objektiv gegen diesen ermitteln, "allen Beamten unterstellt, nicht rechtskonform zu handeln. Das ist eine schwere Anschuldigung, die jeden Polizisten oder Ermittler eigentlich sauer aufstoßen muss", betont Teufel.