Greenpeace: Trockenheit und Starkregen setzen NÖ zu. Umweltschutzorganisation präsentiert in ihrem Klima-Bericht eine Analyse für Niederösterreich. Große Probleme seien hierzulande Ernteausfälle, Hochwasser und der Borkenkäfer.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 11. September 2019 (14:22)
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Symbolbild

Die Klimakrise trifft Niederösterreich stark, das zeigt die Bundesland-Analyse des Klimakrisen-Berichts von Greenpeace. Die Temperaturzunahme – österreichweit seit 1880 etwa plus 2 Grad Celsius – sorgt hierzulande vor allem für Dürre auf Feldern und Wiesen. Außerdem nehmen die extremen Wetterereignisse sowie die Starkregenniederschläge zu.

Die Trockenheit führt zu einer Reihe weiterer Probleme, die den Niederösterreichern zu schaffen machen. Sie sorge, so Greenpeace, etwa für optimale Bedingungen zur Ausbreitung des Borkenkäfers. Das Waldviertel ist wie das Mühlviertel eine der am stärksten vom Borkenkäfer betroffenen Regionen in Österreich. Die dicht mit Fichten besiedelten Wälder sind durch die extreme Trockenheit gestresst und besonders anfällig auf den Schädling. Auch die Buchenwälder sind durch die immer geringeren Niederschlagsmengen geschwächt und schrumpfen zunehmend.

Vor Probleme gestellt werden aber auch die Landwirte: Im Jahr 2018 entstanden in Österreich durch die Dürre Schäden im Wert von etwa 210 Mio. Euro. Neben der extremen Trockenheit haben auch die Wetterereignisse einen starken Einfluss auf die Ertragsmenge, heißt es im Greenpeace-Report. Hagel und Starkregenereignisse zerstören innerhalb weniger Minuten die ganzjährliche Ernte.

Auch die Donau ist durch die Erwärmung des Klimas betroffen. Die Stromproduktion wird mit der Reduktion der Wasserführung der Donau weiter abnehmen.

"Schäden sind gewaltig"

Ein weiteres durch die Klimakrise verschärftes Problem, das Niederösterreich zu schaffen macht, sind Extremwetterereignisse. Durch die zahlreichen Starkniederschläge steigt die Erosionsgefahr deutlich. Die oft trockenen Böden, können die Wassermassen, die innerhalb kürzester Zeit abgehen, nicht aufnehmen. Hangrutschungen und Hochwasser sind in Niederösterreich besonders häufig die Folge. So sind in Niederösterreich besonders die Gemeinden entlang der Donau von Hochwasser betroffen. "Die Schäden, die dadurch entstehen sind gewaltig. Neben den enorm hohen finanziellen Schäden und der drastischen Verschmutzung der Umwelt, fordern sie regelmäßig Verletzte oder gar Menschenleben", heißt es im NÖ-Bericht.

Um sich vor den nahezu jährlichen Hochwassern zu schützen, wurden verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen errichtet, wie zum Beispiel in der Region Wachau die mobilen Hochwasserschutzwände entlang der Donaupromenade und einige Hochwasserschutzanlagen, wie in der Gemeinde Spitz sowie Schutzdämme, beispielsweise in Krems. Diese sollen in Zukunft vor den katastrophalen Hochwasserereignissen schützen. Seit 2002 ist Niederösterreich mit insgesamt 500 Projekten in rund 300 Gemeinden tätig, um diese hochwassersicher zu machen. Bereits beim Jahrhunderthochwasser 2013 zeigten sich diese baulichen Maßnahmen von großem Vorteil.

Bis zu 4 Grad Temperatur-Anstieg

Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen sind aus Sicht der Umweltschutzorganisation dringend zu setzen. Ein weiterer Temperaturanstieg zeichne sich nämlich deutlich ab. In einem „Weiter-wie-bisher-Szenario“ sei bis 2050 mit einem Plus um 1,3 bis 1,4 Grad Celsius zu rechnen. Bis 2100 sollen die Temperaturen sogar ein Plus von 3,9 Grad ergeben. Durch eine Reduktion der Treibhausgasemissionen könne das bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa +2,2 Grad Celsius eingedämmt werden.