Erstellt am 13. September 2018, 14:03

von APA Red

Wölfe: Änderung des Jagdgesetzes im NÖ Landtag. Der niederösterreichische Landtag soll kommende Woche zum Thema Wolf eine Änderung des Jagdgesetzes beschließen.

Der Wolf wird wieder heimisch in Österreich  |  APA (dpa/Symbolbild)

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach am Donnerstag von einer Präzisierung zum Schutz der Bevölkerung, die dem Wolfsmanagementplan entspreche und "rechtlich sauber" sei. Die Maßnahmen reichen von Vergrämung bis zum Abschuss "als letztes Mittel". Die Grünen übten Kritik.

"Wenn eine Gefahr für Menschen besteht, wird in Zukunft eine rasche Entnahme möglich sein"LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

"Wenn eine Gefahr für Menschen besteht, wird in Zukunft eine rasche Entnahme möglich sein", sagte Pernkopf vor Journalisten. Die Sicherheit der Bevölkerung stehe an erster Stelle, betonte der Landeshauptfrau-Stellvertreter. Die geplante Änderung sei "kein Freibrief", fügte Gemeindebundpräsident-Präsident Alfred Riedl hinzu. Es gehe um eine "vernünftige, sinnvolle Handlungsanleitung".

Zuletzt seien im Waldviertel Schafe in umzäunten Weiden gerissen worden, es herrsche deswegen "massive Unsicherheit" vor Ort, sagte Pernkopf. Bei Problemen werde es in Zukunft eine konkrete Handlungsanleitung geben.

Diese soll eine Verordnung liefern, die Möglichkeit dafür soll im neuen Gesetz geschaffen werden. Die Bescheide zur Vergrämung - mit Schreckschüssen oder gezielten Schüssen mit Gummigeschoßen - bzw. zum Abschuss von "Problemwölfen" sollen nach einer Beurteilung durch Experten die Bezirkshauptmannschaften ausstellen, hieß es.

Antrag wird kommenden Donnerstag eingebracht

"Ich gehe davon aus, dass die Präzisierung eine breite Zustimmung im Landtag bekommen wird", so Pernkopf. Neu formuliert wird im Zusammenhang mit Wölfen der Paragraf 100a des NÖ Jagdgesetzes. In diesem war unter "Maßnahmen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen" schon bisher ein Abschuss "als letztes Mittel" verankert.

Der Antrag soll in der Landtagssitzung kommenden Donnerstag eingebracht und beschlossen werden und sechs Wochen danach in Kraft treten. Es gehe um Maßnahmen, die den Akzeptanz für den Wolf steigern sollen, sagte der Landeshauptfrau-Stellvertreter. Der Stufenplan mit Herdenschutz und Entschädigung bleibe, hielt er fest.

Gründe: "Artenschutz in NÖ zum Abschuss freigegeben"

Zudem will der ÖVP-Klub in der Landtagssitzung eine Resolution einbringen. Laut dieser soll der Wolf in einer bestimmten Zone, etwa am Truppenübungsplatz Allentsteig im Bezirk Zwettl, streng geschützt sein, sonst soll es aber Regulierungsmöglichkeiten geben.

Die Grünen kritisierten die geplante Novelle. Landessprecherin Helga Krismer warf Pernkopf unter anderem vor, er habe durch dieses Gesetz "nun endgültig den Artenschutz in Niederösterreich zum Abschuss freigegeben".