Land will 650 zusätzliche Pflegeplätze schaffen. Durch die wachsende Anzahl an alten Menschen steigt auch der Bedarf an Zimmern in Einrichtungen. Acht Pflegezentren werden deshalb ausgebaut. Weitere Maßnahmen sollen erarbeitet werden.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 10. Juni 2021 (13:25)
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Um 15 Prozent mehr Pflegeplätze braucht Niederösterreich bis 2025. Bis 2030 sind es fast 2.000 Plätze, die das Land in den Pflege- und Betreuungszentren zusätzlich benötigt. Das prognostiziert der Altersalmanach, mit dem das Land die aktuelle Situation rund um die Themen Alter und Pflege regelmäßig wissenschaftlich evaluieren lässt. Geplant ist daher bis 2030 ein Maßnahmenpaket, um den steigenden Pflegebedarf auch in Zukunft decken zu können. 

Den ersten Teil des Paketes präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Pflege-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (beide ÖVP) nun. Investiert werden sollen demnach 260,5 Millionen Euro in Pflegezentren. 32 Millionen Euro werden privaten Trägern zur Verfügung gestellt. Den Beschluss dafür will die Landesregierung in ihrer Sitzung am Dienstag fassen. 

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Pflege-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister präsentierten die Maßnahmen im Pflegebereich.
NLK/Burchhart

Insgesamt betreibt das Land 48 Pflege- und Betreuungszentren mit rund 6.000 Mitarbeitern und genauso vielen Plätzen für Bewohner. Private Träger führen noch einmal 54 Einrichtungen mit rund 4.500 Plätzen. In diesem ersten Schritt sollen bestehende Standorte ausgebaut werden. Erweitert werden, laut Mikl-Leitner, die Einrichtungen in Bad Vöslau, Waidhofen an der Ybbs, Eggenburg, Hollabrunn, Mistelbach, Hainburg, Scheibbs und Laa an der Thaya. 650 zusätzliche Pflegeplätze sollen geschaffen werden. Gleichzeitig werden technische Verbesserungen vorgenommen. Auch der Einzelzimmer-Anteil werde, wie Teschl-Hofmeister erklärte, steigen. 

Corona-Situation soll in Altersalmanach einfließen

Bevor die Maßnahmen für den zweiten Schritt fixiert werden, will Land den Altersalmanach adaptieren. Die Letztversion stammt aus dem Jahr 2018, die Entwicklungen durch die Coronakrise sind darin deshalb nicht berücksichtigt. Sie sollen jetzt noch eingearbeitet werden. 

Entstehen sollen die zusätzlichen Plätze genau in den Bezirken, in denen der Bedarf künftig größer sein wird, betonten die Politikerinnen. Für zahlreiche Gemeinden, die Pflegezentren errichten wollen, gibt es schlechte Neuigkeiten: "Wir haben vielen jetzt Absage-Schreiben geschickt", sagt Teschl-Hofmeister. Ein Beispiel ist Gerasdorf (Bezirk Korneuburg), wo nun doch kein neuer Standort entsteht, obwohl die Pläne bereits weit fortgeschritten waren. 

Das Ziel der Maßnahmen, die das Land bis 2030 setzen will, ist dafür zu sorgen, dass niemand lange auf seinen Platz in einem Pflegezentrum warten muss. Neben der Schaffung der räumlichen Möglichkeiten, soll die Ausbildung von Pflegekräften vereinfacht werden und mehr Menschen dazu motiviert werden, in diesem Bereich beruflich Fuß zu fassen. Denn wachsen wird nicht nur der Bedarf an Betten, sondern auch jener an Pflegekräften.