Landbauer/Teufel: Aus für Ötscherlifte ist "Husch-Pfusch-Aktion"

In einer Landtags-Sondersitzung wollen die Freiheitlichen gemeinsam mit der SPÖ das Aus für die Ötscherlifte noch abwenden. Mit den 3 Millionen Euro an Hilfen vom Land NÖ könnte man die Lifte zehn Jahre weiterführen, sagt der gebürtige Lackenhofer und FPÖ NÖ-Wirtschaftssprecher Reinhard Teufel.

Erstellt am 30. November 2021 | 12:37
Lesezeit: 2 Min
New Image
FPÖ NÖ Partei- und Klubobmann Udo Landbauer und Wirtschaftssprecher Reinhard Teufel fordern die Übernahme der Ötscherlifte GesmbH durch das Land NÖ.
Foto: Norbert Oberndorfer

Die FPÖ Niederösterreich fordert den Erhalt des Ötscher-Skigebiets in Lackenhof (Bezirk Scheibbs) durch eine hundertprozentige Übernahme der landeseigenen ecoplus Alpin-Gesellschaft. Derzeit hält das Land NÖ 40 Prozent an der Ötscherlifte GesmbH, 60 Prozent die Schröcksnadel-Gruppe, die am Freitag ihren Ausstieg bekannt gab.

"Eine endgültige Schließung wäre eine Bankrotterklärung für die ÖVP und das Land NÖ. Das würde nicht nur den Verlust eines Naherholungsgebietes bedeuten, sondern auch den von hunderten Arbeitsplätzen", kritisiert FPÖ NÖ-Partei- und Klubobmann Udo Landbauer am Dienstagvormittag vor Journalisten. "Das ist kein gelebtes Miteinander, sondern eine Husch-Pfusch-Aktion des Landes NÖ." Es sei letztendlich eine politische Entscheidungsfrage, die ganz klar mit 'Ja' zu beantworten ist. Die Freiheitlichen wollen nun gemeinsam mit der SPÖ in einer beantragten Sondersitzung im NÖ-Landtag die Zukunft der Ötscherlifte GesmbH diskutieren und damit die "Mehrheitspartei im Land wieder zur Vernunft bringen".

Dass man die Ötscherlifte aus "wirtschaftlichen Gründen" zusperren müsse - wie Sportlandesrat Jochen Danninger (ÖVP) sagte - stimme so nicht, sagt Landbauer. Die Ötscherlifte GesmbH sei laut ihrem Geschäftsbericht von Mai 2020 bis April 2021 mit einem Abgang von 54.000 Euro die lukrativste Liftgesellschaft im Land. Andere Skigebiete in NÖ stünden defizitärer dar. "Die ÖVP wusste seit Monaten über den Rückzug der Schröcksnadel-Gruppe. Von Überraschung kann keine Rede sein", so Landbauer. 

Mit Millionen-Hilfe wäre Betrieb für weitere 10 Jahre möglich

FPÖ NÖ-Wirtschaftssprecher Reinhard Teufel kritisiert die Nicht-Reaktion des ÖSV Niederösterreichs auf die geplante Schließung des Skigebiets. Der Verbandzweck sei laut Statuten die Förderung und des Ausbau des Skifahrens für alle Altersstufen, "und nicht deren Rückbau", so Teufel.

Landesrat Danninger stellte am Sonntag ein 2 Millionen Euro Investitionspaket, unter anderem für ein neues Gesamtjahres-Tourismuskonzept, und eine Million Euro als Entschädigung und Hilfe für die Region in Aussicht. Das Geld sei besser in die Fortführung der Ötscherlifte investiert. "Damit könnte man den Betrieb für die nächsten zehn Jahre sicherstellen", schätzt Teufel.

Kinderland-Lösung könnte an Liftkonzession scheitern

Teufel ist gebürtiger Lackenhofer und vermietet selbst Grundstücke an die Liftgesellschaft, unter anderem dort, wo der Betrieb des Ski-Kinderlands fortgesetzt werden soll. An einer aktiveren Beteiligung in ein Nachfolgeprojekt habe er aber kein Interesse. „Das Know-How, wie man eine Liftgesellschaft betreibt, liegt beim Land NÖ und ihrer ecoplus Alpin Gesellschaft, nicht bei mir“, sagt Teufel. 

Außerdem glaubt Teufel, dass das Kinderland-Skigebiet als Insellösung zu klein ist, um losgelöst vom restlichen Skigebiet weitergeführt zu werden. Das werde auch an der alleinigen Liftkonzession scheitern, die für alle Lifte im Skigebiet gilt und auf die Ötscherlifte GesmbH ausgestellt wurde. Die Grundstückseigentümer stehen jedenfalls einer Lösung zur Weiterführung der Ötscherlifte offen gegenüber, sagt Teufel.

Links
FPÖ Niederösterreich