Landsleute schätzen NÖ als Ort zum Leben, weniger zum Arbeiten

Erstellt am 26. April 2022 | 15:11
Lesezeit: 4 Min
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Politikwissenschaftler führte im Auftrag des Landes die Befragung der Bürgerinnen und Bürger für die Landesstrategie 2030 durch. Die Ergebnisse präsentierte er mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), ihrem Vize Franz Schnabl (SPÖ) und Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ).
Foto: NLK/Pfeiffer
Befragungen zeigen, dass Lebenszufriedenheit und Heimatzugehörigkeitsgefühl in Niederösterreich hoch sind. 41 Prozent glauben, dass sich das Land gut entwickeln wird. Bei der Welt insgesamt sind es nur 8 Prozent. Luft nach oben gibt es auf dem Arbeitsmarkt und beim Erreichen der Jugend durch die Politik.

Die Lebenszufriedenheit in Niederösterreich ist hoch. Es gibt ein großes Heimat-Zugehörigkeitsgefühl. Der ländliche Raum ist nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil: 26 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die aktuell in der Stadt leben, würden in Zukunft gerne aufs Land ziehen. Was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt betrifft, zeigen sich die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher aber skeptisch. Vor allem Ältere sehen weniger Möglichkeiten für ihre Kinder und Enkel. Nur jeder Fünfte betrachtet das größte Bundesland als sehr gut zum Arbeiten. Die Jungen selbst sind zwar optimistischer, fühlen sich von der Politik in NÖ aber zu wenig beachtet. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler gaben an, sich bei Entscheidungen nicht mitberücksichtigt zu fühlen.

Diese Erkenntnisse leitet Politikwissenschaftler Peter Filzmaier aus der Haushalts- und Jugend-Befragung zur Landesstrategie 2030 ab, die zwischen Oktober und Dezember 2021 durchgeführt wurde. 111.000 Haushalte haben den Fragebogen ausgefüllt retourniert, das sind knapp 14 Prozent der insgesamt 800.000 Haushalte. Filzmaier spricht von der "größten Bürgerbeteiligung", die es je in Niederösterreich gegeben hat - Wahlen ausgenommen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die die Ergebnisse mit dem Wissenschaftler sowie ihren Regierungskollegen Franz Schnabl (SPÖ) und Gottfried Waldhäusl (FPÖ) präsentierte, freut sich über die „sensationelle“ Rücklaufquote. Sie schließt daraus, dass es großes Interesse gibt, mitzugestalten. Zusätzlich zur Haushaltsbefragung wurde noch eine repräsentative Befragung gemacht – auch unter 14- bis 20-Jährigen.

Im Oktober wird Zukunftsreport präsentiert

Auf Grundlage der Befragung sollen nun Diskussionsveranstaltungen in den Regionen abgehalten werden. Neben der Haushaltsbefragung fließen die Ergebnisse aus den fünf bereits abgehaltenen Zukunftsdiskussionen und einer wissenschaftlichen Analyse in die Landesstrategie 2030 ein. Der Zukunftsreport mit allen Erkenntnissen soll im Oktober präsentiert werden. Grundsätzlich geht es darum, Antworten auf fünf Fragen zu finden: Wovon leben wir morgen? Wie leben wir morgen? Worauf achten wir morgen? Wer wollen wir morgen sein? Wie organisieren wir uns morgen? 

Schnabl betonte, dass es darum gehe, das Land gemeinsam weiterzuentwickeln. Als "wichtig und richtig" bezeichnete Waldhäusl, "dass wir diese Strategie gemeinsam erstellen und auch die Bevölkerung mit dabei ist".

Die Ergebnisse der Befragung im Detail:

  • Konkret zeigte sich bei der von Politikwissenschaftler und Meinungsforscher Peter Filzmaier geleiteten Befragung, dass 94 Prozent der Befragten Niederösterreich als sehr gut oder eher gut zum Wohnen sehen, 87 Prozent als sehr oder eher gut zum Verbringen der Freizeit, 84 Prozent für das Aufwachsen der Kinder, aber nur 65 Prozent sehen NÖ als sehr oder eher gut zum Arbeiten
  • 86 Prozent sind mit ihrer aktuellen Lebenssituation sehr oder eher zufrieden, 14 eher nicht oder gar nicht
  • Mit ihrer Wohnung oder ihrem Haus verbinden 94 Prozent ein hohes Heimatgefühl, mit Niederösterreich 87 Prozent - mehr, nämlich 91 Prozent, mit Österreich und weniger, nämlich 64 Prozent, mit Europa.
  • 41 Prozent sind positiv gestimmt, dass sich Niederösterreich sehr gut entwickeln wird, 37 Prozent blicken, was ihren Heimatort oder ihre Heimatregion betrifft, positiv in die Zukunft. Pessimismus herrscht, was die Entwicklung der Welt betrifft. Nur 8 Prozent glauben, dass sich diese eher positiv entwickeln wird.

Die Top-Themen:

Am wichtigsten erachten die Niederösterreicherinnen und Niederösterreich:

Gesundheit, Pflege, Arbeit, Sicherheit, Klima/Umwelt

Mit Blick auf die Jugend erscheinen ihnen folgende Themen am wichtigsten:

Umwelt, Wirtschaft, leistbares Wohnen, Arbeitsmarkt, Migration