NÖN-Sonntagsfrage: ÖVP verliert, SPÖ holt auf, MFG wieder weg

Erstellt am 06. Juli 2022 | 06:14
Lesezeit: 4 Min
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Das Rennen um die Sitze im Niederösterreichischen Landtag verspricht viel Spannung. Laut der aktuellen NÖN-Umfrage liegt die ÖVP mit 41 Prozent noch klar voran, verliert aber weiterhin an Boden.
Foto: Shutterstock.com/Simlinger
Die Volkspartei von Johanna Mikl-Leitner rutscht laut jüngster NÖN-Umfrage auf 41 Prozent ab. Die Sozialdemokraten legen auf 26 Prozent zu. FPÖ liegt bei 17 Prozent.

Es ist schon spürbar, dass in Niederösterreich die Landtagswahlen immer näher kommen. Beinahe täglich laden die Parteien zu Pressekonferenzen, um ihre Kernbotschaften an die Öffentlichkeit zu bringen. Bei Veranstaltungen sind die Landespolitiker omnipräsent.

Doch wann genau gewählt wird, ist nach wie vor offen. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher würden jedenfalls den letztmöglichen Termin im März 2023 bevorzugen.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die das niederösterreichische Meinungsforschungsinstitut von Christoph Haselmayer IFDD („Institut für Demoskopie und Datenanalyse“) im Auftrag der NÖN durchgeführt hat.

„Die ÖVP Niederösterreich wird durch die schlechte Performance der Bundesregierung mit nach unten gezogen, kann aber derzeit noch einiges verhindern.“ Studienautor Haselmayer

Wobei die Anhängerschaft von SPÖ, FPÖ und NEOS wiederum ganz klar für eine vorgezogene Wahl bereits im Herbst wäre. Dafür gäbe es am Donnerstag (7.7.) die letzte Chance, den Landtag bei seiner letzten ordentlichen Sitzung von der Sommerpause vorzeitig aufzulösen – was allerdings von der ÖVP ausgeschlossen wird.

Grafik 5.7.2022 Aktuelle Studie - NÖN-Sonntagsfrage: ÖVP verliert, SPÖ holt auf, MFG wieder weg
Foto: NÖN-Grafik

Die Parteistrategen tendieren stark zum Termin Ende Jänner, wie bei der Wahl 2018. Laut Umfrage wünscht sich die Wählerschaft der Volkspartei eher den März-Termin.

Dort hofft man offenbar auf eine Trendumkehr. Denn bei der aktuellen Sonntagfrage wird auch der Abwärtstrend der ÖVP Niederösterreich fortgesetzt.

Wäre am vergangenen Sonntag gewählt worden, hätten 41 Prozent der Landsleute bei der Volkspartei ihr Kreuzerl gemacht. Bei der Umfrage im Jänner dieses Jahres waren es noch 44 Prozent.

„Die ÖVP Niederösterreich wird durch die schlechte Performance der Bundesregierung mit nach unten gezogen, kann aber aufgrund ihrer Stärke und Struktur derzeit noch einiges verhindern“, erklärt Studienautor Haselmayer.

SPÖ legt zu, MFG nur noch bei drei Prozent

Unabhängig davon scheint die absolute Mehrheit für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Team in weite Ferne gerückt zu sein. Hingegen legt die SPÖ – wie auf Bundesebene –laut Umfrage auch in Niederösterreich weiter zu. Aktuell würden auf die Sozialdemokraten 26 Prozent der Stimmen entfallen. Das wäre ein Plus von zwei Prozent zum Landtagswahlergebnis 2018 und sogar um vier Prozent mehr als die NÖN-Umfrage im Jänner bescheinigt hat.

Mit aktuell 17 Prozent legen die Freiheitlichen im Vergleich zur Wahl 2018  bzw. zur Jänner-Umfrage (jeweils 14 Prozent) an Stimmen zu. Konstant bei sechs Prozent liegen die Grünen und die NEOS, die im Vergleich zur Jänner-Umfrage (7 Prozent) leicht verloren haben.

Keine Rolle mehr spielt laut der aktuellen NÖN-Umfrage die MFG. Die impfkritische Partei wäre im Jänner dieses Jahres mit sechs Prozent noch locker in den Landtag eingezogen. Aktuell liegt das Team von „Menschen, Freiheit, Grundrechte“ nur bei drei Prozent und würde somit an der Vier-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag scheitern. Offenbar hat hier das „Aus“ der Impfpflicht bereits erste Wirkung in der Bevölkerung gezeigt.

Vertrauen: Schnabl mit dem größten Plus

In den Grundfesten erschüttert ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesregierung, wobei in Niederösterreich noch 22 Prozent mit deren Arbeit zufrieden sind. Bundesweit sind das nur mehr 18 Prozent, ein historischer Tiefstand.

Im Sog dessen verlieren auch die Landespolitiker an Vertrauen. Trotz einem leichten Minus ist Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Vertrauensindex vor Stephan Pernkopf (beide ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) unangefochten an der Spitze.

Am meisten zulegen konnte der niederösterreichische SPÖ-Chef Franz Schnabl – sowohl allgemein (+8) als auch in seiner eigenen SPÖ-Wählerschaft (+12). Nach Mikl-Leitner hat Udo Landbauer innerparteilich den zweitbesten Zuspruch. Diesen konnte der Parteichef und Klubobmann der FPÖ NÖ sogar noch ausbauen.

Ebenfalls zugelegt hat Niederösterreichs Grünen-Chefin Helga Krismer. Weit abgeschlagenes Schlusslicht beim Vertrauensindex ist Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ), der sich aktuell wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten muss.