FPÖ will Herkunfts-Kennzeichnung und bessere Preise. Freiheitliche Bauernschaft spricht von "Bauernsterben". Um mehr Menschen in diesem Beruf zu halten, wollen sie heimische Qualität als diese kennzeichnen und sich außerdem für faire Erzeugerpreise einsetzen. Auf der Landesliste treten 30 Kandidaten für die FPÖ-Bauern an.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Februar 2020 (14:53)
Die Kandidaten der Freiheitlichen Bauernschaft rund um Spitzenkandidat Peter Schmiedlechner und Landespartei-Chef Udo Landbauer.
FPÖ

"In unserem Dorf im Bezirk Korneuburg gab es in den 80ern noch 33 Landwirte, heute sind es nur noch 18": Karl Eder ist alarmiert. Der Landwirt und Agrar-Händler zeichnet für seinen Berufsstand ein düsteres Bild. Deshalb geht er als unabhängiger Kandidat für die Freiheitliche Bauernschaft ins Rennen bei der Landwirtschaftskammer-Wahl. Die Probleme seien aus seiner Sicht vielfältig: Schädlinge machen den Landwirten genauso zu schaffen wie Freihandelsabkommen und zu niedrige Erzeugerpreise.

Die Freiheitliche Bauernschaft mit Spitzenkandidat Peter Schmiedlechner will mit genau diesen Themen im Wahlkampf vor den Landwirtschaftskammer-Wahlen punkten. "Seit 1990 gibt es um 28.054 weniger land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Niederösterreich", spricht Landes-FPÖ-Vorsitzender Udo Landbauer von einem "Bauernsterben".

"Wo Österreich draufsteht, muss auch Österreich drinnen sein"

Damit nicht noch mehr Landwirte das Handtuch werfen, brauche es aus Sicht der Freiheitlichen ehrliche Produktkennzeichnung sowohl im Handel als auch in der Gastronomie und ordentliche Erzeugerpreise. „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe haben sich ein Einkommen zum Auskommen verdient. Wo Österreich draufsteht, muss auch Österreich drinnen sein. Nur weil etwas bei uns verarbeitet worden ist, kann man noch lange nicht von österreichischer Qualität sprechen“, meint Schmiedlechner. 

Insgesamt geht die Freiheitliche Bauernschaft mit 30 Kandidaten auf der Landesliste ins Rennen. Aktuell besetzen sie sechs Mandate in der Landwirtschaftskammer. Das Ziel für die Wahl am 1. März ist der Wiedereinzug. Auch ein Zugewinn ist für Schmiedlechner durchaus realistisch. "Wir sind heuer besser aufgestellt als 2015, obwohl wir damals nicht alleine zur Wahl antraten", sagt der Spitzenkandidat. Die Freiheitliche Bauernschaft ging 2015 mit dem Unabhängigen Bauernverband an den Start.