FPÖ will Heimwegtelefon und Krankenhaus für Gänserndorf. „Mit Sicherheit in eine gesunde Zukunft“ diesen Titel gab die FPÖ Niederösterreich ihrem Arbeitsprogramm für die kommenden Monate.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 09. Oktober 2019 (14:12)
APA
Udo Landbauer, geschäftsführender Landespartei- und Klubobmann

Während der Arbeitsklausur des freiheitlichen Klubs im NÖ Landtag in Retz verriet man heute bereits erste Eckpunkte. So wollen die Freiheitlichen das sogenannte Heimwegtelefon in allen Städten und größeren Gemeinden des Landes umsetzen.

In Wiener Neustadt wurde das Modell nach Grazer Vorbild vor einem Jahr bereits eingeführt. „Jede vierte Frau fühlt sich beim Weg allein nachhause unsicher oder sehr unsicher“, erklärte Udo Landbauer, geschäftsführender Landespartei- und Klubobmann.

Besonders ältere Menschen würden sich noch unsicherer fühlen, als andere Altersgruppen, bezog er sich auf Zahlen des European Social Survey (ESS) aus dem Jahr 2016. Das Heimwegtelefon sei hier eine praktikable und rasch umzusetzende Lösung.

Vorwiegend an den Wochenenden und vor Feiertagen könne man in der Zeit zwischen 22 Uhr und 3 Uhr in der Nacht geschulte Mitarbeiter anrufen, die durch das Gespräch Sicherheit vermitteln. Auch potentielle Täter würden so abgeschreckt und im Ernstfall könne die Polizei sofort verständigt werden. „Die Kosten-Nutzen Rechnung ist eine einfache. Jeder Übergriff und jede Tat, die dadurch verhindert werden kann, ist die Schaffung dieses Systems wert“, sagte Landbauer.

Bau eines Landesklinikums Gänserndorf gefordert

In puncto Gesundheit kritisierte Landbauer die ÖVP. Die niederösterreichische Gesundheitsversorgung sei durch fragwürdige Einsparungsmaßnahmen und Versäumnisse der Politikverantwortlichen zu einer „Zwei- und Mehrklassenmedizin“ verkommen. 

Besonders prekär sei die Situation rund um Bruck an der Leitha und Gänserndorf. Da das Landeskrankenhaus in Hainburg über keine eigene Kinderklinik verfüge, würden Notfälle nach Bratislava gebracht. „Ein Landesklinikum in Gänserndorf könnte einen wichtigen Beitrag zur Entspannung der prekären Situation in der Region leisten. Trotz über 100.000 Einwohner ist Gänserndorf der einzige Bezirk Niederösterreichs ohne eigenes Krankenhaus“, kritisierte Udo Landbauer.

Auch würden Kassenarztstellen in ländlichen Regionen oft nicht nachbesetzt, der Abwanderungswelle junger Mediziner werde nichts entgegengesetzt und Spitalsstandorte würden augehungert. Eine strukturelle Verbesserung der medizinischen Versorgung im Bereich der praktischen Ärzte genauso wie den Bau eines vollwertigen Landeskrankenhauses in Gänserndorf fordern daher die Freiheitlichen.